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Management

Ziele im Fokus

Den ganzen Tag strampelt man sich ab, doch wenn eigentlich Feierabend sein sollte, ist das Tagewerk längst nicht geschafft. Wo ist die Zeit nur wieder geblieben? Viele Leute plagen sich, ohne jedoch wirklich voranzukommen. Anderen Menschen gelingt es wiederum sehr gut, ihre Ziele zu erreichen. Wie machen die das nur? Theorien und Ratschläge von Wirtschaftswissenschaftlern, Coaches und Unternehmensberatern gehen alle in dieselbe Richtung: Man muss sich aufs Wesentliche konzentrieren. Setzen Sie sich Ziele und messen Sie sich an Ihren Ergebnissen. Das hat viel mit Selbstmanagement zu tun. Wir geben Ihnen ein paar Tipps, an welchen Stellschrauben man drehen kann.

1 LANGFRISTIG DENKEN

Der Spatz in der Hand ist bess­er als die Taube auf dem Dach? Kurzfristige Er­folge machen zwar auch zufrie­den, aber die­s­es Glück ver­flüchtigt sich sch­nell. Ver­suchen Sie, Ziele zu er­reichen, die Ih­nen langfristig gut­tun und nach­haltig wirken. Jed­er weiß, dass ge­sunde Ernährung langfristig dem Kör­p­er gut­tut, aber da­rauf acht­en wir oft erst, wenn der Arzt da­rauf hin­weist. Im Beruf­sleben kön­nen die Ziele ruhig hochgesteckt sein – warum nur an den näch­sten Kar­ri­ereschritt denken und nicht gleich die Chef­po­si­tion an­visieren? Tipp: Nicht alle Dinge, die an uns herange­tra­gen wer­den, sind wirk­lich wichtig. Oft sind sie nur für an­dere wichtig – aber für unsere ei­gene Strate­gie un­nütz.

2 IHRE STÄRKEN UND IHRE SI­T­U­A­TION

Ihre Ziele müssen natür­lich re­al­is­tisch sein – d. h., Sie müssen mit Ihren Fähigkeit­en und Stärken zum Ziel kom­men. Alles an­dere wäre Träumerei. Analysieren Sie Ihre ei­gene Si­t­u­a­tion und Ihre ei­ge­nen Stärken: Wo lie­gen Ihre Werte, Ihre Ziele, Ihre Fähigkeit­en und Er­fahrun­gen? Was liegt Ih­nen am meis­ten? Wo sind Ihre größten Stärken? Was kön­nen Sie bess­er als an­dere? Tipp: Falls Sie auf dem ei­nen oder an­deren Ge­bi­et Schwach­stellen ent­deck­en: Scheuen Sie sich nicht, sich durch Coach­es, Be­r­ater oder ex­terne Di­en­stleis­ter Hilfe ins Haus zu holen. Oft loh­nt es sich, auch Zeit in Weiter­bil­dun­gen zu in­vestieren, weil man hin­ter­her ef­fek­tiv­er ar­beit­et.

3 ERGEB­NISSE ALS ORI­EN­TIERUNG

Un­terneh­mens­ber­ater Mat­thias Kol­busa rät in seinem Buch „Konse­quen­z“, dass sich Ma­n­ag­er mutig für wenige wichtige Dinge entschei­den und diese mit Be­har­r­lichkeit zu Ende brin­gen sollen. „Ergeb­ni­sori­en­tiertes Ar­beit­en“ ist das Za­u­ber­wort. Und wie ge­ht das? „Fra­gen Sie sich als Er­stes: Was soll Ende des Jahres konkret an­ders sein? Die­s­es Denken in Zukunft­szustän­den ist die Ba­sis für echte Ergeb­ni­sori­en­tierung. Denn nur wenn Sie das Ergeb­nis, das Ziel glask­lar vor Au­gen haben, kön­nen Sie fil­tern: Was brauche ich wirk­lich, um an die­s­es Ziel zu ge­lan­gen? Und was ist auf dem Weg zum Ziel vielleicht hil­freich oder an­genehm, aber nicht notwendig?“, er­läutert Mat­thias Kol­busa. Tipp: In­for­mieren Sie Mi­tar­beit­er oder Kol­le­gen über Ihre Ziele und erk­lären Sie, welche Rolle die jew­eili­gen Per­so­n­en dabei überneh­men sollen.

4 KEINE ANGST

ngst vor der ei­ge­nen Courage? Nie­mand weiß zu Be­ginn, ob sich ein Vorhaben wirk­lich loh­nt. Aber wie heißt es so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewin­nt. Er­fol­greiche Men­schen brin­gen den Mut auf, Dinge ein­fach auszupro­bieren. Sie blen­den Zweifel aus und fokussieren sich oft be­din­gungs­los auf ihr Ziel. Tipp: Trauen Sie sich, Her­aus­forderun­gen anzuneh­men. Mag sein, dass Sie einige Steine aus dem Weg räu­men müssen, aber wer nur den Kopf in den Sand steckt, kommt nie ans Ziel.

5 LÖWE ALS VOR­BILD

Die neuste Ma­n­age­mentlit­er­a­tur emp­fiehlt, sich Löwen als Vor­bild zu neh­men. Löwen sch­lafen oder dösen 20 Stun­den am Tag. Für die Au­torin Marti­na Haas sind sie damit ein Vor­bild: „Sie bekom­men in vi­er Stun­den am Tag alles geregelt, was er­forder­lich ist“, schreibt sie in ihrem Buch „Die Löwen-Strate­gie“. Ihr ge­ht es um Fokus und Ef­fek­tiv­ität im Beruf­sleben: „Löwen holen aus jed­er Stunde das Op­ti­mum raus. Sie konzen­tri­eren sich auf das Wesentliche und ver­wen­den da­rauf die meiste Kraft“, schreibt Haas. Wer er­fol­greich sein wolle, könne sich da­her einiges von ih­nen ab­schauen: Löwen brin­gen ihre Botschaft klar rüber und haben eine natür­liche Au­torität. Löwen prak­tizieren Team­work, passen sich an sch­wierige Si­t­u­a­tio­nen an, nutzen ihre Chan­cen und haben im­mer ihr Ziel vor Au­gen, meint Marti­na Haas. Tipp: Löwen­s­tarkes Auftreten im Un­terneh­men­sall­t­ag heißt nicht: auf sie mit Ge­brüll. Vielmehr ge­ht es um eine klare Kom­mu­nika­tion (sie­he näch­ster Tipp). Wichtig sind auch ein re­spektver­schaf­fen­des, aber den­noch gewin­nen­des Auftreten und eine gute Mi­tar­beit­er­führung.

6 KLARE KOM­MU­NIKA­TION

„Löwen kom­mu­nizieren un­missver­ständlich­er als wir“, schreibt Marti­na Haas. Ihr kilome­ter­weit hör­bares Brüllen lässt kei­nen Zweifel daran, wer im Ge­bi­et das Sa­gen hat. Auch mit hinge­bungsvollem Sch­nur­ren, dro­hen­dem Knur­ren oder einem Pranken­hieb für den dreis­ten Nach­wuchs brin­gen sie die Botschaft an das Ge­genüber klar rüber. „Auch in der non­ver­balen Kom­mu­nika­tion sind Löwen stark“, fin­d­et Haas. „Blicke genü­gen, um an­dere Tiere zu ver­ja­gen oder Rudelmit­glied­ern Grenzen aufzuzei­gen.“ Für Un­terneh­mer gilt: Sie soll­ten Klar­text re­den. Keine ver­sch­wur­belte Fach­sprache. Kurze Sätze ohne Band­wurmwörter. Ak­tiv- statt Pas­sivkon­struk­tio­nen. Das Wichtig­ste ist aber, über­haupt regelmäßig mit den Mi­tar­beit­ern zu kom­mu­nizieren. Tipp: Gute Chefs sind nicht nur gute Red­n­er, son­dern auch gute Zuhör­er. Damit mo­tivieren sie ihre Mann­schaft. Mi­tar­beit­er haben näm­lich ein feines Ge­fühl dafür, ob ihr Chef ein ehr­lich­es In­teresse daran hat, was sie ihm mit­teilen wollen. Hören Chefs nur mit halbem Ohr zu, sug­geri­ert das man­gel­nde Wertschätzung, auch wenn es vielleicht gar nicht so ge­meint ist. Das sorgt für Frust und Mis­s­trauen bei den Mi­tar­beit­ern.

7 ZEIT­DIEBE AUSSCHAL­TEN

Handys sind nur die of­fen­sichtlichen Zeit­diebe, die durch ihre Klin­geltöne oder Nachricht­en-Plings am Ner­venkostüm zer­ren. Zei­traubend sind auch Routineauf­gaben, Ar­beit­en im Haushalt oder die lästige Steuer­erk­lärung. Wer es schafft, solche Auf­gaben zu delegieren, kann die freien Ka­paz­itäten für die wesentlichen Dinge im Leben nutzen Tipp: Setzen Sie sich ein zeitlich­es Lim­it für Ihre Meet­ings, Auf­gaben und Pro­jekte. Diese Dead­lines helfen, sich zu fokussieren. Falls der Zei­trah­men mal nicht aus­reicht, kann man im­mer noch nachar­beit­en und nachbessern – aber das grobe Ziel dürfte er­reicht sein.

8 MUT ZUR LÜCKE

Der italienische Ökonom Vil­fre­do Pare­to ent­deckte Ende des 19. Jahrhun­derts ein statis­tisch­es Un­gleichgewicht und hat da­raus das Pare­to-Prinzip abgeleit­et: Mit nur 20 Prozent Ein­satz kann man in vielen Fällen ein 80-prozentiges Ergeb­nis er­reichen. Wer 100 Prozent er­reichen will, muss für die restlichen 20 Prozent un­gleich mehr Aufwand (näm­lich 80 Prozent) er­brin­gen. Zeit­ma­n­age­ment-Ex­perten leit­en aus dies­er Regel ab, dass für den per­sön­lichen Er­folg nur wenige Dinge wirk­lich wichtig sind. Auf diese As­pekte sollte man sich konzen­tri­eren. Tipp: Wer ef­fizient nach dem Pare­to-Prinzip han­delt, muss gleichzeitig Mut zur Lücke haben. Man muss auch mal mit halbferti­gen Din­gen zufrie­den sein. Oder Dinge ein­fach aus­pro­bieren und frühzeitig wied­er ver­w­er­fen. Per­fek­tion­is­mus kostet zu viel Zeit und oft auch Ner­ven.

9 KONZEN­TRA­TION AUF EINE SACHE

Mul­ti­task­ing hat ein pos­i­tives Im­age. Wer als Un­terneh­mer oder Pri­vat­men­sch mehrere Dinge gleichzeitig erledi­gen kann, gilt als be­last­bar und ef­fizient. Doch Stu­di­en zei­gen im­mer wied­er: Mul­ti­task­ing ist im Ar­beits- und Pro­jek­tall­t­ag ein Pro­duk­tiv­ität­skiller. Wo Mul­ti­task­ing gängige Praxis ist, dauern Pro­jekte länger und kosten mehr, als sie ei­gentlich müssten. Durch ständi­ges Um­schal­ten wird viel En­ergie ver­braucht, Feh­ler sch­leichen sich ein, man fühlt sich gestresst.
Tipp: Sortieren Sie die Auf­gaben erst nach Wichtigkeit, dann nach Dringlichkeit. Neben­säch­liche Dinge – die gemäß der Pare­to-Regel 80 Prozent der Zeit fressen wür­den – le­g­en Sie auf Randzeit­en wie den späten Nach­mit­tag.

10 NOT-TO-DO-LISTE

Manchen hilft es, eine Not-To-do-Liste anzule­gen: Man schreibt auf, welche Ar­beit­en un­wichtig sind und deswe­gen nicht erledigt wer­den soll­ten. Das macht den Kopf frei und er­leichtert das Gewis­sen. Gleichzeitig kann man sich bess­er auf die wichti­gen 20 Prozent konzen­tri­eren. Tipp: Neh­men Sie sich regelmäßig Zeit für ein strate­gisch­es Con­trolling: Über­le­gen Sie am besten ein­mal pro Woche, was alles erledigt wurde und was lie­gen ge­blieben ist. Was hat kein Ergeb­nis ge­bracht? Was hat Sie weit­erge­bracht? Wenn man regelmäßig die Woche Re­vue passieren lässt, kommt man Zeit­dieben oder falschen Ver­hal­tens­mustern leichter auf die Spur.
Clau­dia Sch­nei­der | re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 08/2017