Schließen TEILEN MIT...

RANKINGS
Schließen
Schließen
Business

Vollsortimenter und Spezialisten

Der Baustoff-Fachhandel hält ein Sortiment mit 50 bis 60.000 Produkten vor und präsentiert moderne und leistungsfähige Baustoffe sowie Baustoff-Systeme für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche.

„San­Re­Mo“– der Be­griff zerge­ht auf der Zunge, ste­ht aber nicht für italienische Ur­laubs­freu­den, son­dern beschreibt eine der wichti­gen Säulen des Baustoffhan­dels. „Sanierung/Ren­ovierung/Mod­er­nisierung“ kom­plet­tiert die Branchen-Kom­po­nen­ten „Neubau“ und „Aus­bau“ und damit die Sch­nitt­stelle zwischen den Baustoffher­stellern und dem Bauhand­w­erk sowie den In­ve­s­toren aus dem gewer­blichen, pri­vat­en und öf­fentlichen Bereich. Pro­fes­sionelle Bau­vorhaben wer­den über­wie­gend über Un­terneh­men des Baustoffhan­dels abgewick­elt. Die Mehrheit der Baustoffher­steller lie­fert ihre Pro­dukte über den Baustoff-Fach­han­del: von Massen­baustof­fen wie Sand und Kies über Ro­h­baustoffe wie Ziegel- oder Kalk­sand­steine bis hin zu In­ne­naus­bau-Pro­duk­ten wie Gips­bau­plat­ten und Flie­sen. Pro­dukte für den Garten- und Land­schafts­bau oder für Dach und Fas­sade ge­hören heute eben­so zum Sor­ti­ment. Klas­sische Ab­neh­mer sind das Bauhand­w­erk oder der „Pro­fi auf Zeit“, al­so Pri­vatkun­den, die ihr Bau- und Ren­ovierungsvorhaben in Ei­gen­leis­tung er­stellen, aber auch pri­vate Heimw­erk­er, die ihr Woh­num­feld verän­dern möcht­en. Der Baustoff-Fach­han­del hält nach Überzeu­gung des „Bun­desver­ban­des Baustoff Fach­han­del“ qual­i­fizierte Pro­dukt- und Problem­lö­sun­gen und ein Sor­ti­ment mit 50 bis 60.000 Pro­duk­ten dafür vor und präsen­tiert mod­erne und leis­tungs­fähige Baustoffe sowie Baustoff-Sys­teme für die un­ter­schiedlich­sten Ein­satzbereiche. Hil­freich seien dabei großzügige Ausstel­lun­gen, in de­nen die Kun­den un­ter­schiedliche Lö­sun­gen im Ein­bauzu­s­tand begu­tacht­en und in Ruhe auswählen kön­nen. „Für je­den Fach­bereich ste­hen spezial­isierte An­sprech­part­n­er und ein um­fassen­des Di­en­stleis­tungsange­bot zur Ver­fü­gung“, ver­spricht der Ver­band, der auch auf die ganz spezielle Lager­hal­tung des Baustoff-Fach­han­dels und die sor­ti­ments- und kun­den­spez­i­fisch Bevor­ra­tung ver­weist. Eine sehr wichtige Di­en­stleis­tung im Baustoff-Fach­han­del sei zu­dem die Tran­s­port­l­o­gis­tik. Ob di­rekt vom Lager oder vom Her­steller abgerufen, das Ma­te­rial wird just-in-time per Lkw, mit Sta­pler, mit Ladekran oder als Schüttgut auf der Baustelle an­gelie­fert. Schon damit un­ter­scheide sich der Baustoffhan­del vom Ange­bot der Baumärkte, mit de­nen der Baustoffhan­del zunächst nichts zu tun hat, ob­wohl viele Baustoffhan­del­sun­terneh­mer selbst Baumärkte be­treiben („OBI“, „Hage­bau“).

Han­dels­ge­sellschaften verbin­den


Allein die TOP 50 der deutschen Baustoffhändler be­treiben über 300 und damit et­wa 13 Prozent der Baumärkte in Deutsch­land. Die Baustoff-Fach­händler sind Voll­sor­ti­men­ter, gleichzeitig aber auch Spezial-Fach­händler. Die meis­ten von ih­nen sind im Bun­desver­band Deutsch­er Baustoff-Fach­han­del e. V. (BDB) or­gan­isiert und wick­eln die Geschäfts­felder Massen­baustoffe, Ro­h­baustoffe, In­ne­naus­bau-Pro­dukte und Pro­duk­ten für Dach und Fas­sade sowie Garten- und Land­schafts­bau ab. Et­wa 80 Prozent der Baustoffhändler sind in die­sem Ver­band zusam­menge­fasst, für den sich ein Marktvol­u­men von 13,5 Mil­liar­den Eu­ro (2013) für seine angeschlosse­nen Mit­glied­er fin­d­en lässt. Die Ver­bund­gruppe „Eu­robaustof­f“ sie­ht sich mit einem Mark­tan­teil von et­wa 50 Prozent und einem Außenum­satz von 8,5 Mil­liar­den Eu­ro noch vor den Konz­er­nen Saint-Gob­ain (Raab Karch­er) und Bay­Wa als Markt­führ­er im Baustoff-Fach­han­del. Mit einem Plus von zwei Prozent, so der Einkaufsver­band, habe sich das zen­tral abgerech­nete Einkaufsvol­u­men der Ko­op­er­a­tion auf 5,6 Mil­liar­den Eu­ro er­höht. Geprägt wird der Markt fern­er durch die re­gio­n­al oder na­tio­n­al täti­gen Zusam­men­sch­lüsse. Neben Eu­robaustoff rei­hen sich hage­bau (Han­dels­ge­sellschaft für Baustoffe), die Baustof­fring Forderungs­ge­sellschaft, der Baustoff Ver­bund Süd, mod­ern­er baube­darf MB-Kauf, die Nowe­bau Leis­tungs­ge­mein­schaft Nord-West­deutsch­er Baustoffhan­dler, die Zen­traleinkauf Baube­darf sowie die CO­BA-Baustof­fge­sellschaft für Dach + Wand ein. Hinzu kom­men Han­del­skonz­erne und genossen­schaftliche Un­terneh­men wie Bay­Wa, We­Go (SIG) Sys­tem­baustoffe sowie die Deutsche Raif­feisen Warenzen­trale.

„All busi­ness is lo­cal “


Im Baustoff-Fach­han­del sind heute vor allem mit­tel­ständische Un­terneh­men tätig, die im schar­fen Wett­be­werb mit den Großkonz­er­nen und Ver­bün­den, aber auch zum Teil branchen­frem­den Filial­is­ten ste­hen. Die Um­satzs­teuer­s­tatis­tik im Großhan­del mit Baustof­fen und Bauele­men­ten weist 5.000 Un­terneh­men mit einem Um­satz von 35 Mil­liar­den Eu­ro aus. Die Baustoffhändler sind na­hezu flächen­deck­end in Ko­op­er­a­tio­nen or­gan­isiert, wobei die Beteili­gung­sun­terneh­men für die Händler Einkaufs-, Mar­ket­ing-, Ver­triebs- und Lo­gis­tik-Leis­tun­gen überneh­men. Trotz eines sich weit­er konzen­tri­eren­den Marktes mit im­mer weniger Un­terneh­men hat sich die Zahl der Stan­dorte in den let­zten Jahren kaum verän­dert. Der in dies­er Branche viel zi­tierte Satz „All busi­ness is lo­cal“ un­ter­streicht wohl am besten, dass die Märkte im Baustoff-Fach­han­del eher vor der Haustür und weniger im in­ter­na­tio­nalen Busi­ness lie­gen. Den­noch waren die wirtschaftlichen Dellen in den ver­gan­ge­nen Jahren „haus­ge­macht“, die Baustoff­branche ver­lor wie die ge­samte Baubranche durch deut­liche Ein­brüche des Woh­nungs­neubaus und die damit ein­herge­hende Ver­ringerung des Marktvol­u­mens die Po­si­tion als größter und wichtig­ster Bau­markt in Eu­ro­pa. Die Chan­cen ste­hen aber nicht sch­lecht. Für 2016 er­wartet die Bauwirtschaft ein Um­satzwach­s­tum von fünf Prozent (auf 38,4 Mrd. Eu­ro) und set­zt auf die poli­tische Großwet­ter­lage und den Zus­trom viel­er Flüchtlinge nach Deutsch­land. Na­hezu 290.000 Woh­nun­gen sollen neu auf den Markt kom­men. Das ent­spreche zwar ein­er Steigerung von 80 Prozent ge­genüber dem Tief­st­s­tand in 2010, sei aber im­mer noch zu wenig, war­nen der Hauptver­band der Deutschen Bauin­dus­trie und der Zen­tralver­band Deutsch­es Baugewerbe. Ger­ade in Bal­lungs­räu­men sei preisw­ert­er Woh­n­raum knapp. „Die an­hal­tende Bin­nen­wan­derung sowie die stei­gende Zahl an Flüchtlin­gen macht die Fertig­stel­lung von jähr­lich mehr als 400.000 Woh­nun­gen er­forder­lich. Hinzu kommt der oh­ne­hin beste­hende Baube­darf aus der de­mo­gra­fischen En­twick­lung und dem Er­satzbe­dar­f“, sind sich die Ver­bands-Präsi­den­ten Bauer und Loewen­stein einig. Wenn ge­baut wird, pro­f­i­tiert auch der Baustoffhan­del. Eine Ein­schätzung zur Lage der Branche und speziell zur Ver­bund­gruppe Eu­robaustoff steuert Geschäfts­führ­er Ul­rich Wolf bei: „Die Vor­gaben sind sehr gut. Knap­per Woh­nungsbe­s­tand, nie­drige Zinsen, gute Ver­brauch­er­s­tim­mung, ho­h­es An­spruchs­denken bei Bauher­ren, großer Be­darf im sozialen Woh­nungs­bau und oben drauf noch der Zuzug viel­er Hun­dert­tausen­der aus dem Aus­land. All das lässt uns beruhigt in die Zukunft blick­en.“ Rein­hold Häken | re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 03/2016



WEITERE INHALTE

Ulrich Wolf, Geschäftsführer der Verbundgruppe Eurobaustoff
Ulrich Wolf, Geschäftsführer der Verbundgruppe Eurobaustoff