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Business

Unternehmenspraxis

PER­SO­N­AL & KAR­RIERE

Branchen­tar­ifverträge rück­läu­fig

Im Jahr 2014 ar­beit­eten rund 50 Prozent der Beschäftigten in Be­trieben, für die ein Branchen­tar­ifver­trag galt. Das zei­gen die Dat­en des IAB-Be­triebs­pan­els, ein­er jähr­lichen Be­fra­gung von mehr als 15.000 Be­trieben durch das In­sti­tut für Ar­beits­markt- und Berufs­forschung (IAB). Seit 1996, als er­st­mals Dat­en zur Tar­if­bin­dung für Ost- und West­deutsch­land vom IAB er­hoben wur­den, ist der An­teil der in tar­ifge­bun­de­nen Be­trieben Beschäftigten deut­lich zurück­ge­gan­gen. 1996 ar­beit­eten in West­deutsch­land 70 Prozent der Beschäftigten in Be­trieben, in de­nen ein Branchen­tar­ifver­trag galt. Im Jahr 2014 waren es nur noch 53 Prozent. In Ost­deutsch­land sank der ent­sprechende An­teil der Beschäftigten von 56 auf 36 Prozent. Ge­genüber 2013 er­höhte sich die Tar­if­bin­dung je­doch wied­er um jew­eils ei­nen Prozent­punkt. Für 40 Prozent der west­deutschen und 54 Prozent der ost­deutschen Beschäftigten gab es 2014 kei­nen Tar­ifver­trag. Jew­eils die Hälfte dies­er Ar­beit­neh­mer pro­f­i­tierte je­doch in­di­rekt, da sich ihre Be­triebe an Branchen­tar­ifverträ­gen ori­en­tierten. Für weitere sieben Prozent der Beschäftigten im West­en und elf Prozent im Os­ten galt ein zwischen Be­trieb und Gew­erkschaft abgeschlossen­er Fir­men­tar­ifver­trag.

AUS­BIL­DUNG

Duales Studi­um op­ti­mieren

„Du­al studieren im Blick“ lautet der Ti­tel ein­er Studie, in der das In­sti­tut Ar­beit und Qual­i­fika­tion (IAQ) der Uni­ver­sität Duis­burg-Es­sen Ent­ste­hungsbe­din­gun­gen, In­teressen­la­gen und Um­set­zungser­fahrun­gen dualer Stu­di­engänge un­ter­sucht hat. Für die Studie wur­den an 20 Stan­dorten bun­desweit Fall­s­tu­di­en zu dualen Stu­di­engän­gen in­ge­nieur- und wirtschaftswis­sen­schaftlich­er Fachrich­tun­gen durchge­führt, ein­sch­ließlich Ex­perten­in­ter­views und On­line-Be­fra­gun­gen der Studieren­den. Ob und wie die Ab­s­tim­mung zwischen The­o­rie und Praxis gel­ingt, ist zen­trales Qual­itäts­merk­mal für die studieren­den Auszu­bil­den­den. Die Be­fragten wün­scht­en sich häu­fig ei­nen besseren In­for­ma­tions­fluss, mehr Be­treu­ung und op­ti­mierte Ab­s­tim­mungsprozesse zwischen Hoch­schule und Be­trieb. Die Un­terneh­men möcht­en die Ab­sol­ven­ten dualer Stu­di­engänge in der Regel später überneh­men. Da­her fördern sie sie frühzeitig und un­ter­stützen sie auch bei Proble­men im Studi­um. Im Ge­gen­zug wer­den gute Leis­tun­gen er­wartet: Die Studieren­den „zwischen den Wel­ten“ müssen dem Druck klar­er Zielvor­gaben, Er­fol­gskon­trollen und leis­tung­sori­en­tiert­er Bezah­lung stand­hal­ten. Sel­ten wird dem ver­breit­eten Wun­sch ent­sprochen, di­rekt ein duales Mas­ter­s­tudi­um anzuhän­gen. Ein­sat­zorte der Ab­sol­ven­ten sind häu­fig be­trie­bliche Sch­nitt­stellen. Da sie in ihr­er Aus­bil­dung alle Ebe­nen ken­nen­lern­ten, kön­nen sie so­wohl mit dem Ma­n­age­ment als auch mit den Pro­duk­tion­sar­beit­ern auf Au­gen­höhe kom­mu­nizieren. Zurzeit herrsche eine ver­wir­rende Viel­falt, de­shalb müsse zunächst ein­mal für mehr Trans­parenz ge­sorgt wer­den. Außer­dem bedürfe es der Erar­bei­tung von Kri­te­rien für notwendige Stan­dards und Qual­ität­skon­trollen. Of­fen bleibe zu­dem, welchen Stel­len­w­ert die Ab­sol­ven­ten dualer Stu­di­engänge für die Per­so­n­al­pla­nung in Un­terneh­men haben.

RECHT & FI­NANZEN

Aus­tausch von Steuer­in­for­ma­tio­nen

Bun­des­fi­nanzmin­is­ter Dr. Wolf­gang Schäu­ble und sein nied­er­ländisch­er Amt­skol­lege Jeroen Di­js­sel­bloem haben Mitte Ju­ni ei­nen besseren In­for­ma­tion­saus­tausch der Steuerver­wal­tun­gen bei­der Län­der vere­in­bart. Dabei ge­ht es um den so­ge­nan­n­ten spon­ta­nen Aus­tausch von In­for­ma­tio­nen, die im jew­eils an­deren Land bei der Bes­teuerung rel­e­vant sein kön­nen. In der Übereinkunft verpflicht­en sich beide Län­der, et­waige uni­lat­erale Ver­rech­nungspreiszusa­gen mitei­nan­der auszu­tauschen, wenn die Zusage Ein­fluss auf die Bes­teuerung im an­deren Staat haben kann. Eben­so sollen Vor­ab­ver­ständi­gungsvere­in­barun­gen, die mit Dritt­s­taat­en abgeschlossen wer­den, aus­ge­tauscht wer­den, wenn ein­er der bei­den Staat­en nicht Partei ist und die Vere­in­barung Ein­fluss auf die Bes­teuerung im an­deren Staat haben kann. Un­ter die Übereinkunft sollen auch Vorbescheide zu steuer­lichen Präferen­zsys­te­men fall­en, die in den Nied­er­lan­den un­ter dem Stich­wort In­no­va­tions­box­en/Pa­tent­box­en erteilt wer­den. Die Vere­in­barung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Schaf­fung von Trans­parenz im Bereich Tax-Rul­ings. Damit soll sichergestellt wer­den, dass Staat­en, für deren Bes­teuerung de­rartige Tax-Rul­ings rel­e­vant sind, rechtzeitig über die damit in Zusam­men­hang ste­hen­den In­for­ma­tio­nen ver­fü­gen und eine ord­nungs­gemäße Bes­teuerung nach ihrem Recht sich­er­stellen kön­nen. Die deutsch-nied­er­ländische Vere­in­barung gilt für In­for­ma­tio­nen ab dem Kal­en­der­jahr 2015. Die bei­den Län­der kön­nen sich zu­dem ein­vernehm­lich auf den Aus­tausch von In­for­ma­tio­nen ver­ständi­gen, die sich auf frühere Jahre bezie­hen.

KON­JUNK­TUR

Er­hol­ung des Eu­ro­ge­bi­etes besch­le­u­nigt sich

Die wirtschaftliche Er­hol­ung des Eu­ro­ge­bi­etes wird sich laut ein­er Un­ter­suchung der Wirtschafts­forschungsin­sti­tute ifo (München), Insee (Paris) und Is­tat (Rom) im Laufe des Jahres leicht besch­le­u­ni­gen. Die Wirtschaft­sleis­tung werde im drit­ten und vierten Quar­tal jew­eils um 0,5 Prozent wach­sen, nach 0,4 Prozent im er­sten und zweit­en Quar­tal. Die En­twick­lung werde getrieben von der Bin­nen­nach­frage. Alles zusam­men be­deute dies eine Jahres­rate von 1,4 Prozent beim Wirtschaftswach­s­tum 2015 (0,9 Prozent in 2014).
Die Pro­duk­tion werde vor allem getrieben von ein­er ro­busten Nach­frage der pri­vat­en Haushalte, aber auch von ein­er Besch­le­u­ni­gung der In­vesti­tio­nen. Die Ar­beits­markt­lage werde sich nach und nach verbessern, die Ar­beit­s­losen­rate dürfte langsam zurück­ge­hen. Dies sollte zu ein­er Steigerung der Realeinkom­men im Ver­laufe des Jahres führen. Zusam­men mit der Zu­nahme der Beschäf­ti­gung sollte dies Kaufkraft­gewinne er­möglichen, die die Dy­namik des Ver­brauchs der Haushalte aufrechter­hält.
Un­ter der An­nahme eines Öl­preis­es von 65 Dol­lar je Fass und eines Dol­larkurs­es bei 1,12 Eu­ro dürfte sich die In­fla­tion leicht besch­le­u­ni­gen auf 0,2 Prozent im zweit­en Quar­tal 2015 und am Jahre­sende 0,9 Prozent er­reichen. Diese Vorher­sage nimmt an, dass die Ver­hand­lun­gen zwischen der griechischen Regierung und ihren Schuld­n­ern nicht die Sta­bil­ität des Eu­ro-Ge­bi­etes in Mitlei­den­schaft zie­ht.

MA­N­AGE­MENT

Dig­i­tale Zukunft nicht ver­sch­lafen

„Deutsch­land darf bei der Dig­i­tal­isierung nicht auch noch die zweite Hal­bzeit ver­sch­lafen. Die Mit­tel­ständler müssen die Chan­cen der Dig­i­tal­isierung erken­nen und nutzen, um ihre Un­terneh­men fit für die Zukunft zu machen“, erk­lärte der Präsi­dent des Bun­desver­ban­des mit­tel­ständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven. Die Bun­deskan­z­lerin habe zu Recht den Mit­tel­s­tand da­vor ge­warnt, die Her­aus­forderun­gen ein­er dig­i­tal­isierten Wirtschaft und Ge­sellschaft zu ver­sch­lafen. Es sei ein Alar­mzeichen, dass rund ein Drit­tel der Klein- und Mit­tel­be­triebe nicht mit ein­er ei­ge­nen Web­site im In­ter­net vertreten sind. Eben­so viele Mit­tel­ständler hät­ten in ein­er Um­frage erk­lärt, für sie sei das The­ma Dig­i­tal­isierung über­haupt nicht rel­e­vant. Allerd­ings müsse auch die Pol­i­tik ihre Hausauf­gaben machen. „Konkret heißt das, dass die Bun­des­regierung dem Aus­bau des Bre­it­band­netzes Pri­or­ität ein­räu­men muss. Ganze Re­gio­nen sind noch im­mer weiße Fleck­en auf der dig­i­tal­en Land­karte Deutsch­lands.“ Ohoven forderte die Gew­erkschaften auf, ge­mein­sam mit den Un­terneh­mern die Beschäftigten auf die dig­i­tale Ar­beitswelt von mor­gen vorzu­bereit­en. Nie­mand müsse Angst vor der Dig­i­tal­isierung haben. „Wir wis­sen aus aktuellen Stu­di­en, dass in den näch­sten zehn Jahren bis zu 670.000 neue Jobs ent­ste­hen kön­n­ten, wenn alle Un­terneh­men konse­quent auf mod­erne IT setzen.“

LO­GIS­TIK

Aufwind in der Lo­gis­tik­branche

Das lo­gis­tik­be­zo­gene Kon­junk­turk­li­ma verbesserte sich laut aktueller Er­he­bung des Prog­nosezen­trums am In­sti­tut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel auf 135 Zäh­ler (+6,3). Die Lageein­schätzung im abge­laufe­nen Quar­tal sei deut­lich bess­er. Aber auch die Er­war­tun­gen für die kom­men­den zwölf Mo­nate hät­ten sich weit­er aufge­hellt. Damit zeigten sich aktuell beide Kli­makom­po­nen­ten im Aufwind. Sie seien nun auch na­hezu gleich weit von der neu­tralen 100er-Marke ent­fer­nt, sind. Bei den An­bi­etern von Lo­gis­tik­di­en­stleis­tun­gen habe vor allem ein wied­er stärk­er anzie­hen­der Auf­trag­sein­gang den Dämpfer bei der Lageein­schätzung aus dem er­sten Quar­tal wett­ge­macht. Auch für die kom­men­den zwölf Mo­nate seien die An­bi­eter hin­sichtlich der Auf­trags­lage deut­lich op­ti­mis­tisch­er. Die Ka­paz­ität­s­pla­nun­gen der Un­terneh­men weisen weit­er­hin auf ei­nen Auf­bau hin. Die Lo­gis­tikan­wen­der in In­dus­trie und Han­del sähen sich ein­er weit­er­hin ho­hen Aus­las­tung der ei­ge­nen Lo­gis­tikka­paz­itäten und ein­er sich verk­nap­pen­den Ka­paz­itätsver­füg­barkeit im Markt ge­genüber und zeigten aber­mals eine höhere Bere­itschaft zum Ka­paz­ität­saus­bau.
Dem Aufwind stün­den vor allem struk­turelle Risiken für die Geschäft­sen­twick­lung ge­genüber. Die größte Her­aus­forderung sei nach An­sicht der Be­fragten der de­mo­gra­fische Wan­del und die sich da­raus ergebende Verk­nap­pung von Fachkräften. Rang zwei teilen sich die Geschäfts­be­hin­derung durch eine un­zureichende In­fras­truk­tur sowie die Sorge um eine höhere Streik­bere­itschaft in Deutsch­land. Die derzeiti­gen wirtschaft­spoli­tischen Un­sicher­heit­en und geopoli­tischen Span­nun­gen wür­den von den Lo­gis­tikan­wen­dern et­was stärk­er gewichtet als von den -di­en­stleis­tern.

Ste­fan Mülders | re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 07/2015