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Orte der Produktion und Logistik

Moderne Produktionsmethoden erfordern moderne Industriebauten.

Bild oben: Industriehallen sollten immer Multi-User-fähig sein
Ein Wirtschafts­s­tan­dort braucht In­dus­trie­baut­en. Dazu zählen Ge­bäude, die vom Gewerbe und von der In­dus­trie wirtschaftlich genutzt wer­den – zur Pro­duk­tion, Lagerung von Pro­duk­ten und Gütern. Nur wenige Bau­un­terneh­men, Ar­chitek­ten und Plan­er haben sich aussch­ließlich auf den In­dus­trie­bau spezial­isiert. Für den Ro­h­bau macht es oft kei­nen Un­ter­schied, für welchen Zweck das Ge­bäude ei­gentlich bes­timmt ist. Die meis­ten Bauin­vesti­tio­nen, die 2015 getätigt wur­den, be­zo­gen sich nach An­gaben des Statis­tischen Bun­de­samtes auf den Woh­nungs­bau. Mit 60 Prozent aller In­vesti­tio­nen nimmt er die größte Sparte ein. Der öf­fentliche Bau ist hinge­gen zurück­ge­gan­gen, hi­er liegt der An­teil bei lediglich 12 Prozent. Die restlichen 28 Prozent der Bauin­vesti­tio­nen fin­d­en im Wirtschafts­bau statt, er ist rel­a­tiv kon­s­tant ge­blieben. Der Um­satz der Baubranche ist im Ver­lauf des Jahres 2015 gestie­gen, 1,6 Prozent mehr als im Vor­jahr, und be­trägt nun 101 Mil­liar­den Eu­ro. Ins­ge­samt wur­den für Nicht­woh­nge­bäude als ve­r­an­sch­lagte Baukosten 25 Mil­liar­den Eu­ro geneh­migt. Davon ent­fall­en 23 Prozent auf die Han­dels- und Lagerge­bäude sowie 19 Prozent auf son­stige Nicht­woh­nge­bäude. Der An­teil an Büro- und Ver­wal­tungs­ge­bäu­den um­fasst 17 Prozent, der Fab­rik- und Werk­stät­ten knapp 16 Prozent, hi­er sind im Ver­gleich zum Vor­jahr die Geneh­mi­gun­gen zurück­ge­gan­gen.

Ziel: Kli­ma­neu­tral­ität bis 2050

Industriehallen sollten immer Multi-User-fähig sein
In­dus­trie­hallen soll­ten im­mer Mul­ti-Us­er-fähig sein

Ein wichtiges The­ma der Branche ist die En­ergieeins­parverord­nung, EnEV, die die en­er­getischen An­forderun­gen an ein Ge­bäude festlegt. Zehn Prozent des ge­samten Ge­bäudebe­s­tands in Deutsch­land sind Nicht­woh­nge­bäude. Darun­ter fall­en so­wohl die öf­fentlichen Ge­bäude wie Schulen, Ver­wal­tun­gen oder Sch­wimm­bäder als auch die Ge­bäude in den Bereichen In­dus­trie, Gewerbe, Han­del, Di­en­stleis­tun­gen. Trotz des gerin­gen An­teils ver­brauchen die Nicht­woh­nge­bäude mehr als ein Drit­tel des Ge­samten­ergiebe­darfs aller Ge­bäude in Deutsch­land. Das Potenzial, hi­er En­ergie eins­paren zu kön­nen, fällt somit ent­sprechend hoch aus. Um die Sanierungswelle dies­er Ge­bäude vo­ranzutreiben, fördert die KfW-Banken­gruppe seit Juli 2015 die en­er­getische Sanierung und auch den en­ergie­ef­fizien­ten Neubau gewer­blich­er Ge­bäude. Der Bun­des­min­is­ter für Wirtschaft und En­ergie, Sig­mar Gabriel, sagte dazu: „Wir wollen bis zum Jahr 2050 ei­nen na­hezu kli­ma­neu­tralen Ge­bäudebe­s­tand er­reichen. Hi­erzu brauchen wir weitere Ef­fizien­z­fortschritte im Ge­bäude­bereich – und zwar nicht nur bei den Woh­nge­bäu­den, son­dern auch bei gewer­blichen Ge­bäu­den und kom­mu­nalen Ein­rich­tun­gen. De­shalb un­ter­stützen wir mit der neuen KfW-Förderung Un­terneh­men und Kom­mu­nen bei en­ergieeins­paren­den Bauin­vesti­tio­nen und sch­ließen damit eine Lücke.“ Ob sich um­fan­greiche Sanierungs­maß­nah­men loh­nen oder ob bere­its Einzel­maß­nah­men ef­fizient sind, lässt sich je­doch im­mer nur in­di­vi­du­ell er­mit­teln. Übri­gens: Seit An­fang 2016 gibt es eine Förderung für Sanierungskonzepte und Neubau­ber­a­tun­gen für Nicht­woh­nge­bäude. Bei Neubaut­en soll­ten der Primären­ergiebe­darf für die Ge­bäude­heizung und die Warmwasser­auf­bere­i­tung generell nie­drig ge­hal­ten wer­den. Auch der En­ergi­eträger selbst und seine Auswirkun­gen auf die Umwelt wer­den hinzuge­zo­gen. Wer ei­nen Neubau plant, sollte sich beim Bauen allerd­ings nicht mit den Min­dest­s­tan­dards der En­ergies­parverord­nung zufrie­dengeben. Vielmehr ist es empfeh­len­sw­ert, sich an zukünftige Bau­s­tan­dards zu ori­en­tieren, damit das Ge­bäude nach Fertig­stel­lung bautech­nisch nicht bere­its über­holt ist. Ein weit­eres wichtiges The­ma der Branche: BIM, Build­ing In­for­ma­tion Mod­el­ing. Hi­er laufen die jew­eili­gen Ge­bäude­dat­en in Echtzeit in eine virtuelle Cloud. Build­ing In­for­ma­tion Mod­el­ing soll beispiel­sweise dabei helfen, Fehl­pla­nun­gen zu vermei­den. Diese Meth­ode ist nicht nur für Ar­chitek­ten in der Pla­nungsphase in­teres­sant, son­dern auch für die Bau­fir­men, die mit der Ge­bäudeer­rich­tung beschäftigt sind. Auch die Fa­cil­i­ty Ma­n­ag­er sollen von den Dat­en im laufen­d­en Be­trieb pro­f­i­tieren. „Wir müssen die Dig­i­tal­isierung des Bauens besch­le­u­ni­gen, um Großpro­jekte sch­neller, sicher­er und risikoärmer zu re­al­isieren. Dazu ist die Im­ple­men­tierung von Build­ing-In­for­ma­tion-Mod­el­ing-Prozessen ein Weg. Es ist höch­ste Zeit, die Ef­fizien­zpotenziale dies­er In­no­va­tion zu nutzen und die Prozesse in der Wertschöp­fungs­kette Bau da­rauf auszuricht­en“, erk­lärte der Präsi­dent des Hauptver­ban­des der Deutschen Bauin­dus­trie, Pro­fes­sor Tho­mas Bauer, im Vor­feld ein­er Sitzung der Re­formkom­mis­sion „Bau von Groß-pro­jek­ten“.
Karin Bün­nagel | re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de.

Ausgabe 05/2016



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Moderne Produktionslinien stellen andere Anforderungen an das Gebäude als die alten
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