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Nachgehakt

Insolvenzen in Südwestfalen.

Bild oben: Der Bautreff Loos in Werl ist geschlossen, das benachbarte Marmorwork ist eine selbstständige Unternehmung der Firmengruppe und wird weiter betrieben

Loos + Co. GmbH

Der Bautreff Loos in Werl ist geschlossen, das benachbarte Marmorwork ist eine selbstständige Unternehmung der Firmengruppe und wird weiter betrieben
Der Bautr­eff Loos in Werl ist geschlossen, das be­nach­barte Mar­mor­work ist eine selb­st­ständige Un­terneh­mung der Fir­men­gruppe und wird weit­er be­trieben

Tra­di­tion und Al­ter schützen nicht vor In­sol­venz: Das musste nun auch der Bautr­eff Loos in Werl er­fahren, der seit na­hezu 100 Jahren die En­twick­lung der Wall­fahrtss­tadt be­gleit­ete. Ende vori­gen Jahres hatte Fir­menchef Her­r­mann Loos angekündigt, der Bautr­eff werde sich aus Werl zurückzie­hen. Mit die­sem Schritt könne der Fir­men­ver­bund sei­nen Stan­dort in Soest stärken. Dort, so die Anal­yse des Fir­menchefs, seien für den Bautr­eff Hilchen­bach bessere Stan­dortbe­din­gun­gen und besser­er Um­satz gegeben.
Nun kam die In­sol­venz dem Umzug zu­vor: Acht Mi­tar­beit­er sind von der Pleite be­trof­fen, drei von ih­nen sollen aber ei­nen Ar­beit­s­platz in Soest fin­d­en, auch die Lehr­linge kon­n­ten un­terge­bracht wer­den. Recht­san­walt Ax­el Kamp­mann aus Dort­mund hat mittler­weile den Mi­etver­trag für das Grund­stück gekündigt, es ge­hört der Ehe­frau von Geschäfts­führ­er Her­mann Loos. Gründe für die wirtschaftliche Schie­flage seien feh­lende Aufträge und die Konkur­ren­zsi­t­u­a­tion, berichtete der In­sol­ven­zver­wal­ter. Der sie­ht aber auch „un­terneh­merische Feh­lentschei­dun­gen“. Dass Loos vor zwei Jahre aus einem Einkaufsver­band aus­gestie­gen sei, habe die Fir­ma nicht verkraftet. Ob dies­er Hin­weis das Un­terneh­men ve­r­an­lasste, mit dem „Zen­traleinkauf Baube­dar­f“ ei­nen neuen Ko­op­er­a­tions­part­n­er für den Stan­dort Soest zu be­nen­nen, ist nicht bekan­nt. „Hilchen­bach“ wird aber eben­so als ei­gen­ständi­ges Un­terneh­men der Gruppe weit­erge­führt wie das Mar­mor­w­erk Werl.

wochenkuri­er En­nepe-Ruhr GmbH


Ähn­liche Querverbin­dun­gen sind wohl auch bei ein­er an­deren süd­west­fälischen In­sol­venz der Ret­tungsank­er: „To­tal lokal“ ist der Slo­gan des „Wochenkuri­er“ für seine Anzei­genzei­tun­gen in Ha­gen, Sch­w­erte, Iser­lohn und im En­nepe-Ruhr-Kreis. „Der Sportverein be­wegt ge­nau­so wie das The­ater, rührende Tiergeschicht­en fes­seln die Bevölkerung eben­so wie Bene­fiz- und Wohltätigkeits-Ak­tio­nen. ‚Hu­man-Touch‘-Geschicht­en, Lokalpol­i­tik, Se­nioren, Kin­der, Un­terneh­men­s­por­traits – der um­fan­greichen re­dak­tionellen Palette sind keine Grenzen ge­set­zt“, urteilt das Blatt über sich selbst: Der Ableger des Ha­gen­er Rek­lame­blatts im En­nepe-Ruhr-Kreis ist nun pleite. Ur­sprünglich hatte die Fam­i­lie Lin­den­laub, die beim Ver­lag in Gevels­berg ei­nen Miteign­er (20 Prozent) hatte, das Sa­gen in allen Wochen­blatt-Ablegern, die Ge­sam­tau­flage der Ti­tel liegt bei rund 375.000 Ex­em­plaren.
Schon im Dezem­ber war Mat­thias Lin­den­laub aus der Grün­der­dy­nastie des Anzei­gen­blatts nicht mehr Geschäfts­führ­er der „wochenkuri­er En­nepe-Ruhr Gmb­H“, im Jan­uar schied auch Dr. Karl-Heinz Lin­den­laub als Geschäfts­führ­er aus, sie sind eben­falls nicht mehr Geschäfts­führ­er der Tochterge­sellschaft Wochenkuri­er Sch­w­erte Ver­lags­ge­sellschaft mbH. Nach­dem Mat­thias Lin­den­laub auch aus der Ha­gen­er Mut­terge­sellschaft als Geschäfts­führ­er aus­geschie­den ist, haben die Ge­sellschafter das Un­terneh­men um­be­nan­nt: Die Dr. Lin­den­laub Me­dia Ver­triebs-GmbH fir­miert jet­zt als Wochenkuri­er Ver­triebs­ge­sellschaft mbH. Als Geschäfts­führ­er wer­den im aktuellen Im­pres­sum Philipp Brück und Uwe Mat­tern aus­gewie­sen.

Han­dels­Part­n­er­Pub­lish­ing GmbH & Co. KG und An­dreas Büchel Ver­wal­tungs-GmbH


Geschäftliche Verbin­dun­gen sor­gen auch bei einem weit­eren Me­di­e­nun­terneh­men dafür, dass es trotz In­sol­venz weit­erge­hen kann. „Ihr bekan­ntes Kom­pe­ten­zteam der Fir­ma Han­dels Print Pub­lish­ing (HPP) er­hält ein noch größeres Leis­tungsange­bot: Die Hum­burg Me­dia Group wird zum 1. April das An­lagev­er­mö­gen und den Fir­men­w­ert der Fir­ma Han­dels Print Pub­lish­ing (HPP) überneh­men“, heißt es auf der In­ter­net­präsenz der Arns­berg­er Han­del­sa­gen­tur für Druck­erzeug­nisse. Die Schie­flage wird nicht er­wäh­nt, wohl aber, dass die bish­eri­gen An­sprech­part­n­er auch die Kon­taktleute der Zukunft sind. Ob das auch für den bish­eri­gen Geschäfts­führ­er An­dreas Büchel zutrifft, ist nicht bekan­nt. Der In­ter­ne­tauftritt des eben­falls zur Liqui­da­tion an­ste­hen­den Einzelun­terneh­mens „An­dreas Büchel Ver­wal­tungs-Gmb­H“ ist gelöscht. Die Hum­burg Me­dia Group ist in Bre­men an­säs­sig und bi­etet Me­di­en­di­en­stleis­tun­gen an. Un­ter an­derem zählen zwei Druck­ereien, zwei Ver­lage und eine Full-Ser­vice-Wer­bea­gen­tur zum Un­terneh­men. Rein­hold Häken re­dak­tion@sied­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 04/2015