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Nachgehakt

Insolvenzen in Südwestfalen.

Bild oben: Der Teilchenbeschleuniger in Genf funktioniert mit Technik aus dem Siegerland

Ben­der-Fer­n­dorf Rohr GmbH

Der Teilchenbeschleuniger in Genf funktioniert mit Technik aus dem Siegerland
Der Teilchenbesch­le­u­niger in Genf funk­tioniert mit Tech­nik aus dem Sieger­land

Zwei Jahre lang stand der Teilchenbesch­le­u­niger tief un­ter Genf still, seit An­fang März lassen die Forsch­er die Atom­k­ern­teilchen wied­er im Kreis sausen. Zeit­gleich macht im fer­nen Kreuz­tal die Nachricht von ein­er In­sol­venz die Runde: Der Teilchenbesch­le­u­niger (LHC) des CERN (Con­seil Eu­ropéen pour la Recherche Nu­cléaire) in Genf funk­tioniert mit 20.000 Me­tern Präzi­sion­s­rohren aus der Pro­duk­tion von Ben­der-Fer­n­dorf. Das Fer­n­dor­fer Tra­di­tion­sun­terneh­men hat In­sol­venz bean­tragt, das Ver­fahren wurde nun of­fiziell vom Amts­gericht Sie­gen eröffnet.
In­sol­ven­zver­wal­ter An­dreas Pantlen von der bun­desweit täti­gen Kan­zlei BBL Bern­sau Brock­dorff ist op­ti­mis­tisch, dass es für den Spezial­her­steller von Spi­ral­nahtrohren eine Zukunft gibt. „Uns­er Ziel ist die Fort­führung des Tra­di­tion­sun­terneh­mens und der Er­halt der Ar­beit­s­plätze, wir sind zu­ver­sichtlich, dass das gelin­gen wird“, erk­lärt Pantlen. Es gebe bere­its potenzielle In­ve­s­toren, die In­teresse sig­nal­isiert hät­ten, so Pantlen.
„Ben­der-Fer­n­dorf ist ein renom­miertes Un­terneh­men mit her­vor­ra­gen­den Pro­duk­ten und sehr mo­tivierten Mi­tar­beit­ern“, sie­ht Pantlen Sanierungschan­cen. Die Ben­der-Fer­n­dorf Rohr GmbH ist eines der äl­testen Un­terneh­men im Sieger­län­der Kreuz­tal. Seit rund 90 Jahren stellt der Be­trieb dort Stahl­rohre her. Starke außereu­ropäische Konkur­renz und eine Kap­i­talsch­wäche, die durch branchen­spez­i­fische ho­he Vor­ma­te­rialkosten verur­sacht wurde, hat­ten das Un­terneh­men in eine wirtschaftliche Schie­flage ge­bracht.
Dass die Qual­ität des Un­terneh­mens stimmt, wird nicht zulet­zt durch das En­gage­ment beim Teilchenbesch­le­u­niger deut­lich. „Cern“ heißt das In­sti­tut, das seit Jahren Sch­lagzeilen mit dem welt­größten Teilchenbesch­le­u­niger LHC (Large Ha­dron Col­lid­er) macht, in dem in einem 26 Kilome­ter lan­gen un­terirdischen Ring Teilchen auf 99,99 Prozent der Licht­gesch­windigkeit besch­le­u­nigt wer­den. Ziel der Ver­suche ist die Kol­li­sion: Wenn die Teilchen aufei­nan­der­prallen, wird auch das von der the­o­retischen Physik vo­raus­ge­sagte „Hig­gs-Bo­son-Teilchen“ ent­ste­hen, das „Göt­terteilchen“. Peter Hig­gs und François En­glert sagten 1964 die Ex­is­tenz eines Teilchens vo­raus, das am Forschungszen­trum Cern nach langer Suche sch­ließlich ent­deckt wurde. Dafür er­hiel­ten sie den Physik-No­bel­preis 2013. Die gleichzeitig ver­breit­ete Sorge um das „Sch­warze Loch“ ist längst über­wun­den. Nach ein­er lang­wieri­gen Panne lassen die Forsch­er in Genf ganz aktuell die Atom­k­ern­teilchen mit der En­ergie von sieben Tera-Elek­tro­nen­volt wied­er sausen. Dabei hilft die Tech­nik aus dem Sieger­land. Aber auch dort will man wied­er in ge­ord­nete Bah­nen. 75 Mi­tar­beit­er setzen da­rauf, dass der In­sol­ven­zver­wal­ter kurzfristig eine Lö­sung präsen­tiert.

Richard Hip­pen­stiel Maschi­nen­bau GmbH


Mit der Fir­ma Richard Hip­pen­stiel Maschi­nen­bau GmbH aus Wet­ter hat es aktuell ei­nen zweit­en Tra­di­tions­be­trieb getrof­fen, der seit 1911 am Markt ist. Hi­er sind die Weichen für die Zukunft aber bere­its gestellt. Die Ver­mö­gen­sw­erte der Fir­ma wur­den im Rah­men eines As­set Deals an die RH-Thiele En­gi­neer­ing GmbH, einem Un­terneh­men der Thiele-Gruppe aus Iser­lohn, über­tra­gen, teilte In­sol­ven­zver­wal­ter Recht­san­walt An­dreas Grund von der Kan­zlei An­dres Sch­nei­der Recht­san­wälte & In­sol­ven­zver­wal­ter mit. Thiele ist Her­steller von Rund­s­tah­lket­ten und Sch­miede­teilen in den Bereichen Förder- und He­betech­nik und durch ein globales Net­zw­erk in ins­ge­samt 72 Län­dern vertreten. „Wir freuen uns, ei­nen branch­en­er­fahre­nen und in­ter­na­tio­n­al an­erkan­n­ten In­ves­tor ge­fun­den zu haben, der den Geschäfts­be­trieb der Hip­pen­stiel Maschi­nen­bau übern­immt und fort­führt“, wird Sanierung­s­ex­perte An­dreas Grund zi­tiert. 17 Ar­beit­s­plätze wur­den da­durch gesichert, einige Mi­tar­beit­er müssen aber den Weg in eine Auf­fangge­sellschaft
ge­hen. Rein­hold Häken | re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 03/2015