Schließen TEILEN MIT...

RANKINGS
Schließen
Schließen
Business

Kundennah, engagiert, dienstleistungsorientiert

Baumaschinenhändler und -vermieter in Südwestfalen

Wer mit of­fe­nen Au­gen durch die Re­gion fährt, sie­ht zahl­reiche Baustellen. Wer noch ge­nauer hin­schaut, ent­deckt nicht nur Baugerüste und Ro­h­baut­en, son­dern auch zahl­reiche Bau­maschi­nen, die das Hand­w­erk­er-Herz im Manne höher sch­la­gen lassen. Bag­ger, Kran, Lad­er, Misch­er, Fräse, Kip­per, Rüttler, Grad­er, Raupe, Ramme, Kom­pres­sor – Bau­maschi­nen gibt es in man­nig­fachen Aus­führun­gen, für alle er­den­k­lichen Ein­satz­zwecke und in den un­ter­schiedlich­sten Di­men­sio­nen.
Nun ist nicht erst seit gestern bekan­nt, dass deutsche Maschi­nen­bauer und damit auch die Bau­maschi­nenin­dus­trie weltweit Spitze sind, nein, auch unsere heimischen Händler und Ver­mi­eter ge­hören weltweit zu den Besten ihres Fach­es. Doch was macht die Branche der Bau­maschi­nen­händler und Ver­mi­eter ei­gentlich aus? Wo lie­gen die Sch­nitt­punkte zwischen Pro­duzen­ten, Händlern, Ver­mi­etern und Kun­den?

Von Bag­gern und Zahlen


Rein statis­tisch be­trachtet haben wir in Deutsch­land „nur“ rund 140 Be­triebe der Bau­maschi­nenin­dus­trie im Bereich Her­steller. Ganz an­ders sie­ht das im Bereich des Han­dels und der Ver­mi­e­tung von Bau­maschi­nen und Baugeräten aus. Hi­er zählt Deutsch­land knapp 1.300 Un­terneh­men mit einem Sch­w­er­punkt im Han­del und gut 3.500 Un­terneh­men, die ihren Sch­w­er­punkt in der Ver­mi­e­tung haben. Der Bau­maschi­nen­han­del er­wirtschaftete dabei zulet­zt ei­nen Um­satz von über acht Mil­liar­den Eu­ro in 2014 und auch die Branche der Ver­mi­eter kon­nte ei­nen Um­satz von über vi­er Mil­liar­den Eu­ro ver­buchen, worin auch der Verkauf von Ge­braucht­maschi­nen en­thal­ten ist.
Soweit die Zah­len­lage, doch nüchtern be­trachtet sollte man die Zahlen noch ein wenig rel­a­tivieren, denn „nur zehn Prozent der Bau­maschi­nen­händler erzielen ei­nen Um­satz von über zehn Mil­lio­nen Eu­ro und stellen damit im­mer­hin gut 80 Prozent des ge­samten Branchenum­satzes“, weiß Jür­gen Küspert, Geschäfts­führ­er des Bun­desver­bands der Bau­maschi­nen-, Baugeräte- und In­dus­trie­maschi­nen-Fir­men (bbi). Noch ex­tre­mer zei­gen sich die Zahlen der Bau­maschi­nen­ver­mi­eter. Hi­er kommt ger­ade mal ein Prozent der Un­terneh­men auf ei­nen Um­satz von über 10 Mil­lio­nen Eu­ro und generi­ert 40 Prozent des ge­samten Branchenum­satzes. Doch wo­her kom­men diese Zahlen und was sa­gen sie uns? „Zum ei­nen ist die Branche in Deutsch­land ex­trem frag­men­tiert und zum an­deren gibt es nur wenige Un­terneh­men, die in der Lage sind, das ganze Spek­trum des Leis­tungsange­bots abzu­bil­den“, so Küspert.

Leis­tung ist Trumpf


Der deutsche Markt für Bau­maschi­nen­han­del und -ver­mi­e­tung ist heiß umkämpft. Der ständige Preiskampf, in Verbin­dung mit ein­er starken re­gio­nalen Frag­men­tierung, schafft An­bi­eter, die kirch­tur­m­gleich ei­nen Umkreis von 50 km do­minieren, bun­desweite Ak­teure mit re­gio­nalen Nied­er­las­sun­gen, aber auch sehr be­gren­zt lokal agierende An­bi­eter, die sich auf ein ganz bes­timmtes Feld, zum Beispiel den tech­nischen Ser­vice, spezial­isiert haben. Wie aber soll man hi­er ei­nen passen­den, ver­trauen­swürdi­gen An­bi­eter fin­d­en? „Wie in an­deren Branchen zählt auch in unser­er Branche der er­ste Ein­druck des Un­terneh­men­s“, sagt Küspert. „Wie ist der Zu­s­tand der Maschi­nen? Werde ich dort an­ständig be­r­at­en? Hat das Un­terneh­men auch an­dere Lö­sun­gen für mich? Gibt es gut geschultes Per­so­n­al? Nicht zu un­ter­schätzen ist auch die Mit­glied­schaft im Fachver­band, denn diese garan­tiert, dass das Un­terneh­men auch bere­it ist, sich zu en­gagieren und über den ei­ge­nen Teller­rand zu schauen. Ein guter Händler oder Ver­mi­eter punk­tet eben dort, wo an­dere zögern: Maschi­nen, Be­r­a­tung, Tran­s­port und Ser­vice und bil­den ein ganzes Bün­del von Qual­itäts­merk­malen, so Küspert.

Kaufen oder mi­eten, alt oder neu


Kaufen oder mi­eten ist auch in der Baubranche eine Frage der kaufmän­nischen Rech­nung. Hi­er ste­ht die langfristige plan­bare Aus­las­tung ein­er spon­ta­nen und unüber­schaubaren Auf­trags­lage ge­genüber. Aber auch die Na­tur kann bei der Frage eine wichtige Rolle spielen. So machte es im ver­gan­ge­nen Jahr auf­grund des mil­den Win­ters für viele Bau­un­terneh­mer weniger Sinn, auf Lei­hgeräte zurück­zu­greifen, son­dern statt­dessen ei­gene Maschi­nen zu er­wer­ben und diese über ei­nen län­geren Zei­traum des Jahres zu nutzen.
Ganz in die­sem Sinne zeigte sich ent­ge­gen dem Ge­samt­trend im Bereich der Ver­mi­e­tung ein Um­satzrück­gang von 1,5 Prozent in 2014. Auf­grund der starken Aus­las­tung von Bau­maschi­nen ver­bucht­en hinge­gen tech­nisch­er Ser­vice und Teile­han­del ei­nen Zuwachs von 3,5 bzw. 3,0 Prozent. Die Frage nach alt oder neu lässt sich nicht so ein­fach beant­worten, doch eins vor­weggenom­men: Deutsche Un­terneh­men ver­fü­gen eu­ro­paweit über den jüng­sten Fuhr­park im Bereich der Bau­maschi­nen. Man­gel­nde In­no­va­tions- oder In­vesti­tions­bere­itschaft sind da­her keine Grund­lage für die Frage nach alt oder neu. Die Frage lässt sich wohl un­ter der Über­schrift Ef­fizienz begu­tacht­en, „denn Bau­un­terneh­mer tendieren eher zu Maschi­nen, die ih­nen bekan­nt sind und mit de­nen sie sch­nell und ef­fizient ar­beit­en kön­nen“, erk­lärt Küspert. Auch sind äl­tere Maschi­nen ger­ade bei Tech­nolo­gie­sprün­gen weniger war­tungs- oder feh­ler­in­ten­siv. „Das er­höht dann natür­lich den Nutzw­ert ein­er solchen Mas­chine. Gut ge­wartet be­deutet: alt ist damit nicht gleich sch­lecht." Was wirk­lich ge­gen alte Maschi­nen spricht ist auch hi­er eine rein kaufmän­nische Be­trach­tung, denn „wenn ich im Mi­et­park eine Mas­chine länger als vi­er oder fünf Jahre halte, dann stei­gen auch meine Aus­gaben für Ser­vice und War­tung dies­er Maschine“, so Küspert.

Ge­gen­wart und Zukunft


Ge­gen­wärtig hat die Branche ei­nen großen, at­trak­tiv­en Maschi­nen­park bei an­geneh­mem Ar­beit­sum­feld und an­ständi­gen Ver­di­en­st­möglichkeit­en. Die Zukunft des Bau­maschi­nen­han­dels und -ver­leihs wird sich in ein­er weit­erge­hen­den Pro­fes­sio­n­al­isierung und im­mer höheren An­forderun­gen wie Ar­beitsschutz-Vorschriften oder Umwelt­s­tan­dards zei­gen. Die­sen An­forderun­gen wer­den nicht alle An­bi­eter und Un­terneh­men fol­gen kön­nen. Mit­tel­fristig er­wartet uns al­so ein Aussiebprozess. „Nicht die klei­nen Un­terneh­men wer­den auf der Strecke bleiben, son­dern die un­pro­fes­sionellen, die nicht in der Lage sind, die zukünfti­gen Stan­dards einzuhal­ten“, prog­nos­tiziert Küspert. „Kun­den­nah, en­gagiert und di­en­stleis­tung­sori­en­tiert bleiben unsere Bau­maschi­nen­händler und -ver­mi­eter auch in der Zukunft Bin­deglied zwischen den in­ter­na­tio­nalen Her­stellern und den lokalen Nutz­ern der Bauwirtschaft, der In­dus­trie,
dem Han­del und den Kom­mu­nen“.
An­dré Sarin | re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 08/2015



WEITERE INHALTE

Jürgen Küspert, Geschäftsführer des Bundesverbands der Baumaschinen-, Baugeräte- und Industriemaschinen-Firmen (bbi)
Jürgen Küspert, Geschäftsführer des Bundesverbands der Baumaschinen-, Baugeräte- und Industriemaschinen-Firmen (bbi)