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Business

Hilfreiche Hingucker

Bauelemente wie Fenster und Türen, Tore, Rollläden und Markisen setzen bauliche Highlights, die zudem nützlich sind. Die Branche ist nach dem kurzen Umsatzrückgang 2013 wieder auf einem guten Weg.

Die ei­ge­nen vi­er Wände sind den Deutschen lieb – und vor allem auch teuer. Laut Des­tatis ge­hen mehr als ein Drit­tel der Kon­su­maus­gaben pri­vater Haushalte für Woh­nen, En­ergie und In­s­tand­hal­tung drauf. Damit rangiert das Woh­nen ein­deutig auf Platz eins der Kon­su­maus­gaben. Dabei le­g­en die Deutschen nicht nur Wert auf Stil und ein mod­ernes Er­schei­n­ungs­bild, son­dern setzen vor allem auch auf Lan­gle­bigkeit – auch in Sachen Bauele­mente. Sch­ließlich stellen beispiel­sweise Fen­ster und Türen In­vesti­tio­nen für gut und gerne 30 bis 40 Jahre dar und sparen neben­bei dank ihr­er Däm­mung eine Menge Geld. Aber auch Gara­gen- und In­dus­tri­e­tore, Rol­l­lä­den, Markisen und Jalousien sowie Win­tergärten oder Vordäch­er, die eben­falls un­ter dem Be­griff „Bauele­men­te“ zusam­menge­fasst wer­den, sind nicht nur wichtige Ges­tal­tungskom­po­nen­ten, son­dern tra­gen maßge­blich zu einem an­geneh­men Wohn­k­li­ma bei.

Er­freuliche En­twick­lun­gen


Nach­dem der Markt für Bauele­mente im Jahr 2013 ei­nen Um­satzrück­gang von einem Prozent ver­buchen musste, kehrte das Seg­ment 2014 wied­er auf den ge­woh­n­ten Wach­s­tum­sp­fad zurück. So kon­nte das vor­let­zte Jahr mit einem Um­satz­plus von 1,7 Prozent ab­sch­ließen. In ab­so­luten Zahlen be­deutet dies: Das Marktvol­u­men stieg im Jahr 2014 auf knapp 19,5 Mil­liar­den Eu­ro zu End­ver­braucher­preisen. Das ge­ht aus dem „Branchen­fokus Bauele­men­te“ des IFH (In­sti­tut für Han­dels­forschung) Köln her­vor. Die Größe und das Gewicht der Pro­dukte sowie die Erk­lärungsbedürftigkeit in Verbin­dung mit der meist sch­wieri­gen Hand­habung bezie­hungsweise In­s­tal­la­tion bee­in­flussen die Dis­tri­bu­tionsstruk­tur von Bauele­men­ten maßge­blich. De­ment­sprechend ex­istiert nur eine sehr geringe Ei­gen­leis­tungsquote, das Hand­w­erk do­miniert mit einem Um­satzan­teil von 88 Prozent den Ver­trieb. Ent­sprechend ger­ing ist die Be­deu­tung der Einzel­han­delsstufe, welche bei Bauele­men­ten in er­ster Linie durch die Bau- und Heimw­erk­er­märkte repräsen­tiert wird. Und auch der On­line-Han­del, der in manch an­deren Branchen schon ei­nen Mark­tan­teil von bis zu 20 Prozent hält, spielt bei Bauele­men­ten aktuell kaum eine Rolle. So beläuft sich der E-Com­merce-Mark­tan­teil mo­men­tan auf rund 0,5 Prozent.

Ren­ovierun­gen steigern Um­satz


Allein et­wa 6.700 Fen­ster­bau­be­triebe gibt es laut des VFF (Ver­band Fen­ster + Fas­sade) in Deutsch­land, beschäftigt sind dort rund 100.000 Mi­tar­beit­er. Eine Studie des Ver­bands aus dem Jahr 2011 bescheinigt den Un­terneh­men ei­nen Jahre­sum­satz von rund 9,5 Mil­liar­den Eu­ro. Dazu kom­men noch die vielen Be­triebe und Mi­tar­beit­er der Zulie­ferin­dus­trie: In­k­lu­sive aller wesentlichen vor- und nachge­lagerten In­dus­triezweige ar­beit­en rund 300.000 Mi­tar­beit­er in rund 58.000 Be­trieben in der deutschen Fen­ster- und Fas­sa­den­branche. Sie er­wirtschaften pro Jahr ins­ge­samt rund 34 Mil­liar­den Eu­ro. 2016 wird laut der jüng­sten Studie der führen­den Branchen­ver­bände VFF, BF (Bun­desver­band Flach­glas), FVSB (Fachver­band Schloss- und Besch­lagin­dus­trie) und pro-K (In­dus­trie­ver­band Hal­bzeuge und Kon­sum­pro­dukte aus Kun­st­stoff) der Markt in Deutsch­land mit einem Plus von 2,9 Prozent mod­er­at zule­gen. Im Laufe des Jahres kön­n­ten dem­nach rund 14 Mil­lio­nen Fen­stere­in­heit­en ver­mark­tet wer­den. 61,3 Prozent aller pro­duzierten Fen­ster wer­den 2016 vo­raus­sichtlich für die Ren­ovierung bezie­hungsweise en­er­getische Sanierung des Ge­bäudebe­s­tan­des ver­wen­det. Der Ab­satz von Außen­türen en­twick­elt sich eben­falls recht pos­i­tiv: „2016 wer­den in Deutsch­land rund 1,423 Mil­lio­nen Außen­türen verkauft, 2015 waren es noch rund 1,377 Mil­lio­nen Stück. Dies ent­spricht ein­er Steigerung um rund 3,3 Prozent im Ver­gleich zum Vor­jahr und ist auf den höheren An­teil im Wohn­bau zurück­zuführen“, sagt der Geschäfts­führ­er des Fachver­ban­des Schloss- und Besch­lagin­dus­trie (Vel­bert), Stephan Sch­midt. Übri­gens wer­den 95 Prozent aller in Deutsch­land pro­duzierten Fen­ster in­di­vi­du­ell nach Kun­den­wun­sch und passend zur jew­eili­gen Raum­si­t­u­a­tion ge­fertigt. „Die Fen­ster- und Fas­sa­den­branche ist da­rauf spezial­isiert, jede mögliche Art und Form von Fen­stern, Haustüren und Fas­sa­denele­men­ten herzustellen. So ab­wech­s­lungs­reich wie die heutige Ar­chitek­tur ist auch der mod­erne Fen­ster­bau“, erk­lärt Ul­rich Ts­chorn, Geschäfts­führ­er des VFF. Das ein­heitliche Ausse­hen früher­er Zeit­en ist längst passé: Heute wer­den Ge­bäude von Jahr zu Jahr schick­er und einzi­gartiger. Während Fen­ster früher eher ei­nen Schießscharten ähn­lichen Charak­ter hat­ten, sind heute licht­durch­f­lutete Räume und ent­sprechend ho­he Glas­an­teile ge­fragt. Bo­den­tiefe Fen­ster sind eben­so mach­bar wie Ganz­glaseck­en, große Hebe-Schiebe-Türen, einzi­gartige Rund­fen­ster, Schrägele­mente im Dach oder auch der klas­sische Win­ter­garten, der heute in vielen Far­ben und For­men da­herkommt – bei Fen­stern und Fas­sa­den sind auch far­bige Akzente ge­fragt.

Top-The­men: Au­to­ma­tion und Son­nen­schutz


Elek­tri­fizierte Kom­po­nen­ten er­leichtern den Woh­nall­t­ag viel­er Men­schen – Au­to­ma­tion ist de­shalb auch ein wichtiges The­ma für die Bauele­mente-Branche. Au­to­ma­tisierte El­e­mente kön­nen beispiel­sweise für eine per­fekt abges­timmte Lüf­tung im Haus sor­gen, er­möglichen eine verbesserte Nutzung kosten­los­er so­lar­er En­ergiegewinne und helfen dabei, den Heizen­ergie­ver­brauch op­ti­mal zu reg­ulieren, so VFF-Geschäfts­führ­er Ul­rich Ts­chorn. Fernbe­di­e­nun­gen, Touch­screens mit ein­er Zeit­s­teuerung oder die Be­di­e­nung per Smart­phone von un­ter­wegs ge­hören zu dies­er En­twick­lung selb­stver­ständlich dazu. Als sin­n­volle Ergänzung der Fen­ster­s­teuerung gibt es elek­trische Ver­schat­tungssys­teme, die z.B. im Som­mer bei Be­darf den Hitzeein­trag durch au­to­ma­tisch­es Sch­ließen der Rol­l­lä­den oder der Außen­jalousien re­duzieren. Im Win­ter hinge­gen kön­nen die Sys­teme et­wa nachts die Wärmedäm­mung der Fen­ster verbessern oder – wenn gewün­scht – die kosten­lose Sonnenen­ergie zum Er­wär­men der Räume nutzen, was zusät­zlich die Heizkosten ver­ringert. Voll­ständig un­ab­hängig ar­beit­en sch­lussendlich in­tel­li­gente Steuerun­gen, die an­hand des aktuellen Be­darfs sämtliche steuer­bare Funk­tio­nen des Haus­es be­di­e­nen kön­nen, auf die der Be­woh­n­er aber gleich­wohl nach ei­ge­nen Wün­schen Ein­fluss neh­men kann. Die wirtschaftliche Lage der 3.861 Fach­be­triebe des Rol­l­la­den- und Son­nen­schutztech­nik­er-Hand­w­erks in Deutsch­land war in den ver­gan­ge­nen zwei Jahren aus­ge­sprochen pos­i­tiv und wird es mit großer Wahrschein­lichkeit auch in der näheren Zukunft bleiben, vermeldet der Bun­desver­band Rol­l­la­den + Son­nen­schutz. Nach sieben Prozent Um­satzsteigerung im Jahr 2014 auf 1,9 Mil­liar­den Eu­ro verzeich­nete man auch im ver­gan­ge­nen Jahr ein weit­er­hin kräftiges Wach­s­tum. Im heißen Som­mer 2015 mussten manche Be­triebe Son­der­schicht­en leis­ten, um Auf­tragsspitzen aufz­u­fan­gen – und der Trend zur nach­halti­gen Wert­steigerung von Woh­n­im­mo­bilien hat sich weit­er ver­stärkt. Die Fach­be­triebe wer­den vor allem ge­fordert bei der Verbesserung der En­ergie­bi­lanz der Häus­er durch wirkungsvolle en­er­getische Sanierung, bei der Er­höhung der Ge­bäudesicher­heit ge­gen Ein­brüche und beim Ein­satz mod­ern­er, in­tel­li­gen­ter Ge­bäud­es­teuerun­gen bis hin zu Kom­plettlö­sun­gen mit Smart-Home-Sys­te­men: Die Steigerung des Wohnkom­forts un­ter be­son­der­er Berück­sich­ti­gung des al­ters­gerecht­en Woh­nens ste­ht im Fokus der Be­triebe.
Christi­na Spill | re­dak­tion@süd­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 02/2016



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