Schließen TEILEN MIT...

RANKINGS
Schließen
Schließen
Titelstory

Erneut Umsatzplus mit Wannen und Co.

Etwa 3,5 Millionen verschiedene Artikel bietet die Sanitär-Industrie. Das Geschäft läuft gut.

Bild oben: Die Industrie will noch mehr verkaufen, doch die Auftragsbücher der Handwerker sind voll (© Photographee.eu – stock.adobe.com)
Villeroy & Boch, Gro­he, Ide­al Stan­dard, Keu­co, Dorn­bracht, Ge­ber­it, Du­rav­it – große Na­men, viele davon aus NRW, ken­nt man aus Ho­tels oder dem ei­ge­nen Badez­im­mer. Die Her­steller aus der Sanitär­branche lie­fern die Pro­dukte, die so­wohl vor als auch hin­ter der Wand ver­baut wer­den. Dazu ge­hören u.a. Wan­nen, Waschtische, Duschköpfe und Ar­ma­turen. Jens Wisch­mann spricht von et­wa 3,5 Mil­lio­nen ver­schie­de­nen Ar­tikeln in dies­er Branche. Er ist Geschäfts­führ­er des Dachver­bands VDS, Vereini­gung Deutsche Sanitär­wirtschaft, die die In­teressen von In­dus­trie, Großhan­del und Hand­w­erk ver­tritt. „Die Stim­mung ist gut, die Bad­kon­junk­tur läuft“, sagt Wisch­mann. Die In­dus­trie kön­nte sein­er Aus­sage nach so­gar noch wei­taus mehr verkaufen, doch „die Fach­hand­w­erk­er sind mo­men­tan sehr gut aus­ge­lastet“. Heißt: Zunächst müssen die Aufträge abgear­beit­et wer­den, ehe neue Ware bestellt wer­den kann.

Acht Mil­liar­den Eu­ro Um­satz

Die Industrie will noch mehr verkaufen, doch die Auftragsbücher der Handwerker sind voll (© Photographee.eu – stock.adobe.com)
Die In­dus­trie will noch mehr verkaufen, doch die Auf­trags­büch­er der Hand­w­erk­er sind voll (© Pho­to­graphee.eu – stock.adobe.com)

Zum siebten Mal hin­tere­i­nan­der meldet die Sanitär­branche am Ende des ver­gan­ge­nen Jahres ein Um­satz­plus. Nach aktuellen ifo-Schätzun­gen stie­gen die Verkauf­ser­löse 2016 um rund drei Prozent auf 23,7 Mil­liar­den Eu­ro. Dabei en­twick­elte sich das In­lands­geschäft mit plus 3,1 Prozent oder 19,7 Mil­liar­den Eu­ro et­was bess­er als der Aus­land­sum­satz (plus 2,6 Prozent auf 4,0 Mil­liar­den Eu­ro), so die Vereini­gung Deutsche Sanitär­wirtschaft. Laut dem VDS-Geschäfts­führ­er teilt sich der Um­satz in et­wa so auf: Acht Mil­liar­den steuert die In­dus­trie bei, sieben Mil­liar­den verzeich­net der Großhan­del im Sanitär­bereich – plus Heizungs­bereich kommt er auf et­wa 16 Mil­liar­den. Den „Rest“ er­wirtschaftete das Hand­w­erk. Auch für 2017 zeichne sich „ein mod­er­ates Wach­s­tum“ ab, heißt es aus Bonn, wo der Ver­band sei­nen Sitz hat. „Gemäß Prog­nose klet­tert der Ge­sam­tum­satz dann auf über 24 Mil­liar­den Eu­ro.“
Dem The­ma Ren­ovierung misst die Branche größte Be­deu­tung bei. Eine große Studie ist in Ar­beit; nach einem vorgeschal­teten For­sa-Pro­jekt kon­n­ten die Ve­r­ant­wortlichen bere­its Ende des Jahres Ergeb­nisse vermel­den, die repräsen­ta­tiv­en Charak­ter haben. Der Un­ter­suchung zu­folge erneuerten seit 2012 ins­ge­samt 17 Prozent der Bun­des­bürg­er ihr Bad en­twed­er kom­plett (zwölf Prozent) oder teil­weise (fünf Prozent). Als Kri­teri­um ein­er Teil­ren­ovierung sei dabei min­destens der Aus­tausch von wesentlichen Ob­jek­ten wie Wasch­beck­en, Bade­wanne, Toi­lette oder Dusche definiert wor­den. Bei Kom­plett­sanierun­gen liege die Ei­gen­tümerquote mit 17 Prozent er­war­tungs­gemäß deut­lich über dem ent­sprechen­den Mi­eter-An­teil (sechs Prozent). Dage­gen falle die Dif­ferenz bei den Teil­ren­ovierun­gen (sechs und vi­er Prozent) er­he­blich geringer aus.
„Generell ist die Bevölkerung in Ost­deutsch­land ren­ovierungs­freudi­ger als in West­deutsch­land“, sagt Jens Wisch­mann und ver­weist auf die­sen Zah­len­ver­gleich: 20 zu 16 Prozent. Außer­dem wirk­ten sich of­fen­bar ver­schie­dene Leben­sphasen auf die Mod­er­nisierungstätigkeit aus. Für viele ver­mut­lich über­raschend: Be­son­ders ak­tiv zeigten sich der Studie zu­folge mit jew­eils 18 Prozent die un­ter 30-Jähri­gen sowie die Gen­er­a­tion 60­plus. Die größten „Um­bau-Muf­fel“ sind zwischen 30 und 44 Jahre alt. Daniel Boss | re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 03/2017



WEITERE INHALTE

Jens Wischmann ist Geschäftsführer der VDS (Foto: VDS)
Jens Wischmann ist Geschäftsführer der VDS (Foto: VDS)