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Titelstory

Einbrüche erfolgreich verhindern

Die Zahl der Einbrüche steigt. Kein Wunder, dass die Branche der Sicherheitstechnik boomt.

Das Tor ste­ht of­fen, Kratzspuren an den Sch­lössern, eine er­ste Vo­rah­nung steigt hoch. Dann die Gewis­sheit, es wurde einge­brochen. Um seine Fam­i­lie und sein Un­terneh­men vor Ein­brech­ern zu schützen, muss erst ein­mal ver­s­tan­den wer­den, mit wem man es zu tun hat. Denn Kneipen­sprüche wie „Ur­laub­szeit ist Ein­bruch­szeit“ sind längst über­holt. Statis­tiken bele­gen, dass in punc­to Ein­bruch­szeit­en die­selbe Esels­brücke wie für die Be­nutzung von Win­ter­reifen gilt: von Ok­to­ber bis Os­tern. Und das nicht ohne Grund. Ein­brech­er sind über­wie­gend tagsüber in der dun­klen Jahreszeit am Werk. Wann ge­nau, sch­lüs­selt eine Köl­n­er Studie aus dem Jahr 2011 auf: fre­i­tags und sam­s­tags zwischen 14 und 20 Uhr. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den im Durch­sch­nitt 50 Dieb­stäh­le in und aus Verkauf­s­räu­men pro­tokol­liert – pro Stunde! Rund 16 Dieb­stäh­le aus Büro- und Lager­räu­men sowie von Fab­rikgelän­den. In Ho­tels und Gast­stät­ten sch­lu­gen Einzeltäter und Ban­den acht­mal pro Stunde zu.
Allein im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den über 150.000 Ein­brüche in Deutsch­land fest­gestellt. Insbe­son­dere im Bereich der Woh­nung­sein­brüche fin­d­et im Ver­gleich zum Vor­jahre­shal­b­jahr ein alar­mieren­der An­stieg statt: in Köln um 18,5 Prozent, in Dort­mund und Es­sen um rund 25 Prozent und in Düs­sel­dorf um fast 48 Prozent. Gleichzeitig gin­gen fast über­all die Aufk­lärungs­rat­en zurück – beispiel­sweise in Es­sen um 3,38 Prozent auf 9,85 Prozent.

NRW bei Ein­brech­ern be­son­ders be­liebt


Ei­nen Grund, warum aus­gerech­net in Nor­drhein-West­falen die Statis­tiken be­un­ruhi­gend ausschauen, ken­nt Di­eter Schür­mann vom In­nen­min­is­teri­um NRW: „NRW ist im Kern­bereich eine rie­sige Metropol­re­gion, bi­etet her­vor­ra­gende In-
fras­truk­tur für alle For­men von Gewerbe und für gutes Leben – das macht es auch für Straftäter at­trak­tiv, weil dort Beu­teer­war­tun­gen er­füllt wer­den kön­nen.“ Dass es nicht nur beim Er­beuten von Sachge­gen­stän­den bleibt, weiß Arnold Plick­ert von der Gew­erkschaft der Pol­izei, kurz GdP: „Es agieren hoch­mo­bile und or­gan­isierte Täter­grup­pen. Wir haben auch Fälle, wo mit be­son­der­er Ge­walt vorge­gan­gen wird.
Das ist aber noch nicht flächen­deck­end. Es macht aber deut­lich, dass diese Täter vor die­sen Einzelfällen nicht zurückschreck­en.“ Damit solche Täter­grup­pen gar nicht erst auf das Gelände kom­men, dafür kön­nen zahl­reiche Schutz­maß­nah­men hinzuge­zo­gen wer­den, von de­nen viele bekan­nt, doch die meis­ten nicht in­s­tal­liert sind.
Dabei geben Statis­tiken, wie die des Ar­beits­bereichs „Sicher­heit­stech­nische Präven­tion" des Bay­erischen Lan­deskrim­i­nalamtes den Un­sch­lüs­si­gen in punc­to Sicher­heit­stech­nik deut­liche Zeichen. Vor drei Jahren wur­den allein im Bun­dess­land Bay­ern 1.600 Ein­brüche durch Sicherung­stech­nik ver­hin­dert – rund 50 Prozent davon im Gewer­be­bereich. In 1.377 Fällen durch mech­anische Sicherun­gen, in 233 Fällen durch Ein­bruch­meldean­la­gen. Als mech­anische Sicherun­gen gel­ten dabei ein­bruch­hem­mende Fen­ster bezie­hungsweise Türkon­struk­tio­nen, aber auch geprüfte Nachrüst­sicherun­gen.

Branche wächst

Mechanischer Schutz ist nach wie vor der Einbruchschutz Nr. 1
Mech­anisch­er Schutz ist nach wie vor der Ein­bruch­schutz Nr. 1


Der Sicher­heits-Trend sie­ht generell pos­i­tiv aus – vor allem für die An­bi­eter von Sicher­heit­stech­nik. Laut des ZVEI-Fachver­bands Sicher­heit stieg der Um­satz im di­rek­ten Ver­gleich zum Vor­jahr um 7,4 Prozent auf 3,3 Mil­liar­den Eu­ro. Wer­den die in Kranken­häusern, Jus­tizvol­lzugsan­s­tal­ten und Pflege­hei­men einge­set­zten Ru­fan­la­gen mit ein­be­zo­gen, be­lief sich der Um­satz so­gar auf 3,45 Mil­liar­den Eu­ro. Die­s­es Wach­s­tum basiert aus Sicht von Uwe Bart­mann, Vor­sitzen­der des Vor­s­tands des ZVEI-Fachver­bands Sicher­heit, auf der nach wie vor guten Baukon­junk­tur. Zu­dem habe sich auch die Bere­itschaft, in ein Mehr an Sicher­heit zu in­vestieren, zugenom­men. „Dabei haben die poli­tische Un­ter­stützung und die neuen För­der­maß­nah­men für den Schutz vor Ein­brüchen noch gar nicht richtig Wirkung ent­fal­tet“, so Bart­mann. „Von dem Um­satz-Plus pro­f­i­tieren alle Fach­bereiche der Sicher­heit­stech­nik“, so Nor­bert Schaaf, Vor­s­tandsvor­sitzen­der des BHE Bun­desver­band Sicher­heit­stech­nik e.V., dessen Ver­band den Um­satz auf 3,18 Mil­liar­den Eu­ro bez­if­fert. Neben dem Wach­s­tums-treiber in der Sicher­heit­stech­nik, den pri­vat­en Rauch­warn­meldern, die allein im Jahr 2014 1,52 Mil­liar­den Um­satz er­bracht haben, legten auch die Videotech­nik mit 450 Mil­lio­nen Eu­ro und die Zutritt­skon­trollen mit 285 Mil­lio­nen Eu­ro erneut zu. Das ins­ge­samt zweit­größte Seg­ment, die Über­fall- und Ein­bruch­melde­tech­nik, kon­nte mit plus 2,5 Prozent eben­falls ein leicht­es Wach­s­tum verzeich­nen. 690 Mil­lio­nen Eu­ro Um­satz wur­den hi­er erzielt.

Die entschei­den­den zehn Sekun­den

Uwe Bartmann, Vorsitzender des Vorstands des ZVEI-Fachverbands Sicherheit (Foto: Siemens)
Uwe Bart­mann, Vor­sitzen­der des Vor­s­tands des ZVEI-Fachver­bands Sicher­heit (Fo­to: Sie­mens)

Ein­brech­er brauchen in der Regel knapp zehn Sekun­den für den Ein­stieg. Dauert es länger, steigt die Chance, dass sie un­ver­richteter Dinge wied­er abzie­hen. Beim Schutz vor die­sen In­di­vi­duen gilt vor allem ein Satz: Mechanik vor Elek­tronik. Soll heißen: Mech­anische Sicherun­gen soll­ten in ein­er konkreten Sicher­heit­s­pla­nung im­mer an ober­ster Stelle ste­hen. An­erkan­nte Un­terneh­men bi­eten na­hezu alles Er­denk- und teil­weise auch bis­lang Un­denk­bare in die­sem Sek­tor. Ein­stecksch­löss­er, elek­trische Türöffn­er, Panz­er­riegel, Scharnier­seit­en­sicherung, Sch­ließbleche, Schutzbesch­läge, Schutzroset­ten, Tür­ket­ten, Türsch­ließer und Tür­sprech­sys­teme sind nur die Spitze des Schutz-Eis­bergs.
Eine Ge­gen­sprechan­lage mit Videosys­tem stellt ei­nen er­sten An­fang für den Schutz des Be­triebs­gelän­des und der Be­trieb­s­räume dar – zu­min­d­est für den Zei­traum, in dem je­mand vor Ort ist. Nach Di­en­stsch­luss sor­gen in­tel­li­gent po­si­tionierte Kam­eras, deren In­for­ma­tio­nen in ein­er Zen­trale ge­bün­delt wer­den, für eine gute Über­sicht. In Kom­bi­na­tion mit Be­we­gungs­meldern ent­ge­ht ein­er guten An­lage so gut wie keine Be­we­gung, sei sie befugt oder un­befugt. Im Un­terneh­men selbst, sprich: in­n­er­halb der Ge­bäude­struk­tur, kom­men weitere Schutz­maß­nah­men zum Tra­gen. Panz­er­riegel, die über die ganze Breite der Tür auf der Schloss- und Scharnier­seite be­festigt sind, stellen ein ernst zu neh­men­des Hin­der­nis dar. Laut ein­er Statis­tik des BHE Bun­desver­band Sicher­heit­stech­nik e.V. stei­gen Ein­brech­er zu 35,5 Prozent durch Fen­ster ein, 24,5 Prozent kom­men durch den Hauptein­gang und 22,5 Prozent durch seitliche oder rück­wärtige Türen. 15,5 Prozent stei­gen durch oft ver­nach­läs­sigte Keller­fen­ster ein und 2,0 Prozent nutzen Dach­luken als unauf­fäl­lige Ein­stiegs­möglichkeit.

Sicher­heit muss ge­plant wer­den

Die Sicherheit wir nicht nur durch Externe gefährdet
Die Sicher­heit wir nicht nur durch Ex­terne ge­fährdet

Wie jed­er Un­terneh­mer weiß, gibt es aber noch weitere Punkte, die bei solch ein­er Pla­nung eine große Rolle spielen. So ist ein Un­terneh­men nur in den sel­ten­sten Fällen ein ho­mo­genes Ge­bäude, in de­nen jed­er Mi­tar­beit­er die­sel­ben Rechte und Zu­gangs­berech­ti­gun­gen haben sollte. Sch­ließan­la­gen mit Einzel-, Grup­pen- und Gen­er­alsch­lüs­seln sind eine Möglichkeit, dies­er Si­t­u­a­tion Herr zu wer­den.
Die Tat­sache, dass in der Sicher­heit­s­pla­nung nicht nur auf die Men­schen, son­dern auch auf die Branche selbst einge­gan­gen wer­den muss, ist den renom­mierten An­bi­etern von Schutz­maß­nah­men nicht ent­gan­gen. So gibt es Con­tain­er­sicher­heit und Sch­löss­er für Lkw-An­hänger sowie GPS-Track­er für die ge­samte Fahrzeugflotte. Ins­ge­samt zählt vor allem eines: Lassen Sie die Sicherung­stech­nik fachgerecht von Un­terneh­men mon­tieren. In unserem Rank­ing fin­d­en Sie den passen­den Part­n­er für Ihr Un­terneh­men.
Mar­cel Som­mer | re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 07/2015



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Videoüberwachung erlaubt jederzeit einen guten Überblick
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