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Die Insel in Europa

Seit über 25 Jahren führt die Hüstener Spedition ALS Exporte in die Schweiz durch – ein europäisches Land mit etwas anderen logistischen Rahmenbedingungen.

Die be­son­deren Her­aus­forderun­gen bei solchen Tran­s­porten sind vielen Un­terneh­men bekan­nt: lange Staus und Wartezeit­en an der Grenze, An­lie­fer­un­gen in ge­o­gra­fisch sch­wieri­gen Re­gio­nen, eine un­zureichende Rück­la­dungs­si­t­u­a­tion und damit ver­bun­dene Leerk­ilome­ter. Hinzu kommt, dass die Lenkzeit­en der Fahr­er oft nicht bis zum Ent­lade­ort aus­reichen. Ver­gleicht man ei­nen Tran­s­port von NRW in die Sch­weiz, bein­hal­tet dies­er ca. 30-40 Prozent mehr Frachtkosten als ein Tran­s­port auf die deutsche Seite der Sch­weiz­er Gren­zre­gion, da auf­grund der Pausen und Wartezeit­en am Zoll ein Fahr­er aus NRW häu­fig nicht mehr in­n­er­halb der ge­set­zlichen Lenk- und Ar­beit­szeit sein Ziel er­reichen kann.
Mitte Jan­uar 2015 wurde der Min­destkurs zum Eu­ro aufge­hoben, dies­er wurde im Septem­ber 2011 auf 1,20 Sch­weiz­er Franken ge­genüber dem Eu­ro fest­gelegt. Da­durch nahm der Sch­weiz­er Franken enorm an Wert zu und löste Verun­sicherun­gen im Han­del, an der Börse und auch in der Lo­gis­tik aus. Problem an der Aufhe­bung ist, dass Sch­weiz­er Pro­dukte deut­lich teuer­er ge­wor­den sind als zu­vor. Auch die Preise für Tran­s­porte in­n­er­halb der Sch­weiz sind deut­lich gestie­gen.
Zum An­fang der Aufhe­bung sind die Sch­weiz­er In­lands­fracht­en um ca. 10-15 Prozent gestie­gen, da sich der Wech­selkurs da­mals 1:1 ver­hielt. Einige Spedi­tion­sun­terneh­men haben da­raufhin ei­nen Cur­ren­cy Ad­just­ment Fac­tor (CAF, prozen­tualer Zusch­lag) einge­führt, um fi­nanzielle Ver­luste durch die Wech­selkurssch­wankun­gen aufz­u­fan­gen.
Ein pos­i­tiv­er Neben­ef­fekt für deutsche Un­terneh­men ist je­doch, dass ihre Sch­weiz­er Geschäfts­part­n­er zu deut­lich gün­stigeren Bezü­gen in Deutsch­land Waren einkaufen kön­nen. Der Zuwachs von Tran­s­porten in die Sch­weiz ist seit An­fang des Jahres um 20 Prozent ge­genüber dem Vor­jahr angestie­gen. Die ALS Spedi­tion hat da­raufhin ihre Ka­paz­itäten er­weit­ert und bi­etet aktuell tägliche Ab­fahrten, um flex­i­bel agieren zu kön­nen.
Zwischenzeitlich wurde über­legt, ob die Sch­weiz­erische Na­tio­n­al­bank (SNB) nicht doch wied­er ei­nen neuen Min­destkurs ein­führen soll, da der Eu­ro im­mer mehr an Wert ver­liert. Seit Jan­uar ist der Wech­selkurs von 1,2138 CHF stetig ge­sunken (aktueller Stand Juli: 1,0454 CHF). Ein weit­er­er Kos­ten­treiber sind die Straßen­verkehrs­ab­gaben, die seit 1985 in der Sch­weiz an­fall­en. Diese lassen sich durch fol­gende Kom­po­nen­ten berech­nen: Ge­samt­gewicht der Kraft­fahrzeuge, Emis­sionsstufe sowie die ge­fahre­nen Kilome­ter. Die Ab­gabe müssen Mo­tor­fahrzeuge und An­hänger bezahlen, wenn das zuläs­sige Ge­samt­gewicht höher ist als 3,5 Ton­nen und Güter­verkehr durchge­führt wird.
Es gibt für die Sch­weiz un­ter an­derem ein ge­mein­schaftlich­es Ver­sand­ver­fahren (gVV) für Waren, die in der EU ver­la­den und in einem EF­TA-Staat ent­la­den wer­den. Das zuge­hörige Doku­ment T2 wird on­line er­stellt und dem Zoll vorab vorgelegt. Da viele heimische Un­terneh­men der Me­t­all- und vor allem Kon­sum­branche ei­nen ver­stärk­ten Ver­sand verzeich­nen, hat sich die Hüsten­er Spedi­tion für die­s­es Sys­tem zer­ti­fizieren lassen. Hi­erzu mussten eine Bürgschaft beim Zoll hin­ter­legt und die Mi­tar­beit­er geschult wer­den. Die Sen­dun­gen wer­den nun erst in der Sch­weiz ver­zollt, das heißt, der Sam­mel-LKW kann un­ter Vor­lage der Zoll­pa­piere zum Spedi­tions­part­n­er der ALS im Sch­weiz­er Bin­nen­land durch­fahren, wo dann die Ver­zol­lung durchge­führt wird. Somit ver­ringern sich die Stand- und Wartezeit­en am Zoll, kurzfristige Zustell­ter­mine kön­nen ge­plant und garan­tiert wer­den.

Ausgabe 07/2015



WEITERE INHALTE

Björn Stein, Dispositionsleiter bei ALS  – Allgemeine Land- und Seespedition GmbH; 
Fragen beantwortet er gern unter: Telefon: 02932/9306-13 oder Mail: b.stein@als-arnsberg.de
Björn Stein, Dispositionsleiter bei ALS – Allgemeine Land- und Seespedition GmbH; Fragen beantwortet er gern unter: Telefon: 02932/9306-13 oder Mail: b.stein@als-arnsberg.de