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Business

Branche im Aufwind

Absolute Service-Orientierung und ständig steigende Qualitätsansprüche sorgen in der Branche bereits seit Jahren für ein erfreuliches Wachstum.

Seit Jahren stei­gen die Um­sätze der Branche deut­lich an. Nach An­gaben des Statis­tischen Bun­de­samtes haben die rund 20.000 Un­terneh­men in Deutsch­land zulet­zt ei­nen Jahre­sum­satz von 14,77 Mil­liar­den Eu­ro er­wirtschaftet. Im Ver­gleich: 2008 waren es noch 11,4 Mil­liar­den Eu­ro. Mit die­sem Um­satzvol­u­men liegt die Branche in Eu­ro­pa klar an der Spitze vor Frankreich, Italien, Spanien und Großbri­tan­nien. Damit be­wahrheit­et sich die Prog­nose des In­sti­tuts der Deutschen Wirtschaft, das bere­its 2007 vorher­sagte, dass sich „un­terneh­mens­be­zo­gene Di­en­ste als Num­mer 1 un­ter den Top-Boom- und Zukunfts­branchen“ etablieren wür­den. Tat­säch­lich ist der Ge­bäude­ser­vice-Sek­tor zu einem mod­er­nen Di­en­stleis­tung­shand­w­erk und einem wichti­gen Wirtschafts­fak­tor ge­wor­den, der eine Rei­he sehr in­teres­san­ter Ar­beit­ge­ber mit sicheren und an­spruchsvollen Ar­beit­s­plätzen zu bi­eten hat.

Beschäf­ti­gungs­reich­ste Branche


Wahrhaft beein­druck­end ist auch das Beschäf­ti­gungsvol­u­men der Branche, in der ein stolzes Prozent aller Ar­beit­neh­mer in Deutsch­land ar­beit­et. Bun­desweit waren es nach der let­zten Hand­w­erk­szäh­lung zum Jahre­sende 2012 ge­nau 616.894 Men­schen. Davon waren rund 363.038 Mi­tar­bei­t­erin­nen und Mi­tar­beit­er voll sozialver­sicherungspflichtig beschäftigt, so die of­fiziellen Zahlen des Statis­tischen Bun­de­samtes. Das ent­spricht ein­er Quote von rund 60 Prozent bzw. einem An­stieg von 3,8 Prozent im Ver­gleich zu 2010, wobei die Zahl der ger­ingfügig Beschäftigten weit­er sank, erk­lärt dazu der Bun­desin­nungsver­band „Die Ge­bäude­di­en­stleis­ter“. Mit 19.460 Be­trieben ging die Zahl der Un­terneh­men in dies­er Branche bei der Er­he­bung 2012 im Ver­gleich zur Hand­w­erk­szäh­lung 2010 leicht zurück. Hier­bei wur­den alle klei­nen und mit­tel­ständischen Fir­men er­fasst, die ei­nen Um­satz von jähr­lich mehr als 17.500 Eu­ro er­wirtschaften. Nicht en­thal­ten sind in die­sen Zahlen Kleinst- und Ein­mann-Be­triebe, die insbe­son­dere nach dem Weg­fall des Meis­ter­vor­be­halts 2004 ge­grün­det wur­den. Das Ge­bäud­ereiniger-Hand­w­erk ist seit 1934 ein Hand­w­erk und ge­hört seit der Neuregelung im Jahr 2004 zur An­lage der Hand­w­erk­sord­nung, in der die „zu­las­sungs­freien“ Hand­w­erke aufge­führt sind. Die Meis­terpflicht im Ge­bäud­ereiniger-Hand­w­erk ist mit der Nov­el­lierung der Hand­w­erk­sord­nung ent­fall­en, so­dass sie sei­ther keine Zu­gangsvo­raus­set­zung mehr zur Führung eines Ge­bäud­ereiniger-Hand­w­erks­be­triebes darstellt.

Er­weit­ertes Ser­viceange­bot


Viele leis­tungss­tarke, qual­ität­sori­en­tierte Ge­bäude-Reiniger haben ihr Ange­botsspek­trum seit Jahren an den An­forderun­gen des Marktes ori­en­tiert und haben ihr Ser­viceange­bot ent­sprechend ständig weit­er­en­twick­elt. Dabei haben sie ein­deutig vom Out­sourc­ing-Trend viel­er Un­terneh­men pro­f­i­tiert, die sich ver­stärkt auf ihre Kernkom­pe­tenzen konzen­tri­eren wollen. So lassen sich bei ver­gleich­sweise gerin­gerem Zeit- und Koste­naufwand oft deut­lich bessere Ergeb­nisse erzielen, und mit den op­ti­mierten Ar­beitsbe­din­gun­gen steigt auch das Leis­tungspotenzial der ei­ge­nen Res­sour­cen. Mod­erne Ge­bäude­di­en­stleis­ter überneh­men heute vielfältige Ar­beit­en zur ef­fizien­ten und wirtschaftlichen Nutzung der Räume oder Lie­gen­schaften eines Un­terneh­mens. Das Spek­trum um­fasst neben der klas­sischen Ge­bäud­ereini­gung sämtliche Ser­vices und Di­en­stleis­tun­gen in und an Ge­bäu­den. So ge­hören Ca­ter­ing-Ser­vices, Hol- und Bring­di­en­ste, Haus­meis­ter-Ar­beit­en, Parkraum- oder Grund­stücks­bewachung, Ein­gangskon­trollen, Kanti­nen­be­wirtschaf­tung oder die Pflege der Grün­flächenpflege sowie der Win­ter­di­enst bere­its zu den Stan­dar­dan­ge­boten viel­er pro­gres­siv­er Un­terneh­men des Ge­bäud­ereiniger-Hand­w­erks. Un­terneh­mer oder Im­mo­bilien-Ei­gen­tümer kön­nen so das kom­plette „Fa­cil­i­ty Ma­n­age­men­t“ ihr­er Ge­bäude in eine Hand geben. Es herrscht eine ab­so­lute Ser­vice-Ori­en­tierung. Dabei haben fünf der heuti­gen Top-10-Be­triebe im Fa­cil­i­ty Ma­n­age­ment ihren Ur­sprung im Ge­bäud­ereiniger-Hand­w­erk.

Mehr als der Min­dest­lohn


Keine große Diskus­sion gab es in der Branche, als im Herbst let­zten Jahres das The­ma Min­dest­lohn die Tar­ifver­hand­lun­gen bes­timmte. „Wir haben den Min­dest­lohn bere­its zu ein­er Zeit einge­führt, als die Pol­i­tik noch darüber disku­tierte. Nun haben wir aber­mals bekräftigt, dass wir für eine Tar­ifvere­in­barung im Ge­bäud­ereiniger-Hand­w­erk ste­hen“, be­ton­ten der Vor­sitzende der Tar­ifkom­mis­sion des Bun­desin­nungsver­ban­des des Ge­bäud­ereiniger-Hand­w­erks Tho­mas Con­rady und Ver­bands­geschäfts­führ­er Jo­hannes Bun­gart im Ok­to­ber 2015. Seit Jan­uar 2016 er­hal­ten die Mi­tar­bei­t­erin­nen und Mi­tar­beit­er in West­deutsch­land in der End­stufe 10 Eu­ro pro Stunde, al­so 1,50 Eu­ro mehr, als es der ge­set­zliche Min­dest­lohn vor­sie­ht. In Ost­deutsch­land wird mit 9,05 Eu­ro pro Stunde deut­lich über Min­dest­lohn-Niveau gezahlt. Aber natür­lich war auch hi­er die Kri­tik am Bürokratis­mus groß, der mit der flächen­deck­en­den Ein­führung des Min­dest­lohns durch das Bun­de­sar­beits­min­is­teri­um ver­bun­den ist. Ein wesentlich­er Grund, warum der Min­dest­lohn keine neg­a­tiv­en Auswirkun­gen zeigte, ist der stei­gende An­spruch an die Qual­i­fika­tion der Beschäftigten – der viel­seitige Beruf des Ge­bäud­ereinigers ist längst zu einem an­spruchsvollen Aus­bil­dungs­beruf ge­wor­den. Die kom­plexe duale Aus­bil­dung dauert drei Jahre. Neben der klas­sischen Ge­sel­le­naus­bil­dung und den vielfälti­gen Weiter­bil­dungs­möglichkeit­en zum Meis­ter oder zur Meis­terin kön­nen in­teressierte und en­gagierte Ju­gendliche auch den Kar­ri­ereweg über ein In­ge­nieur-Studi­um (FH) Reini­gungs- und Hy­gien­e­m­a­n­age­ment ein­sch­la­gen, zum Beispiel an der Fach­hoch­schule Nied­er­rhein in Kre­feld. Mini­job­ber haben in der Branche den gleichen An­spruch auf den Tar­i­flohn, auf Ur­laub und sämtliche tar­i­flichen Regelun­gen wie voll sozialver­sicherungspflichtig Beschäftigte, so der Bun­desin­nungsver­band. „Die Beschäf­ti­gungs­form ist für Ar­beit­neh­merin­nen und Ar­beit­neh­mer oft­mals die at­trak­tivste, da sie kein­er­lei Sozial­ab­gaben zahlen – im Ge­gen­satz dazu hat der Ar­beit­ge­ber für sie bere­its heute die höch­sten Beiträge abzuführen.“ Be­haup­tun­gen, Ar­beit­ge­ber wür­den auf Kosten von Mi­tar­bei­t­erin­nen und Mi­tar­beit­ern Mini­jobs in der Ge­bäud­ereini­gung aus­bauen, wür­den dem­nach jeglich­er Ba­sis ent­behren, teilt der Ver­band weit­er mit. Der An­teil ginge ganz im Ge­gen­teil in der Branche seit Jahren stetig zurück: „Die Zahlen des Statis­tischen Bun­de­samtes sprechen hi­er eine deut­liche Sprache. Be­trieb­swirtschaftlich macht der Ein­satz ger­ingfügig Beschäftigter als für den Ar­beit­ge­ber teuer­ste Beschäf­ti­gungs­form auch häu­fig kei­nen Sinn. Mini­jobs kom­men je­doch im Ge­gen­satz dazu den Wün­schen viel­er Beschäftigter ent­ge­gen, ab­gaben­frei, al­so mit einem Lohn brut­to für net­to, zu ar­beit­en“, so der Ver­band.
Em­rich Wels­ing I re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 02/2016



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