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Tipps für gelungene Unternehmensfotos

Gute Fotos – jedes Unternehmen braucht sie, sei es für die Pressearbeit, oder um Kunden mit den eigenen Werbemitteln einen Einblick zu vermitteln. Doch schnell kann es passieren, dass Unternehmensfotos langweilig und austauschbar wirken. Dabei müssten für das Gelingen eindrucksvoller Aufnahmen zunächst nur ein paar simple Basisregeln befolgt werden.

1. Nicht in den Stock greifen

Auf den Fo­topool ein­er Stock­a­gen­tur zurück­zu­greifen, ist be­quem und kostengün­stiger, als ei­nen Fo­to­grafen zu en­gagieren. Für all­ge­meine Zwecke mö­gen solche Bilder hin und wied­er auch brauch­bar sein. Wenn es aber darum ge­ht, das ei­gene Un­terneh­men in­di­vi­du­ell darzustellen, sind sie defini­tiv nicht hil­freich. Der Großteil der dort ver­füg­baren Fo­tos hat ei­nen zu be­lie­bi­gen Charak­ter. Es sind mil­lio­nen­fach variierte Auf­nah­men von lachen­den, anzug­tra­gen­den Men­schen am Schreibtisch oder in Kon­feren­zräu­men. „Solche Bilder kön­nen nur als Platzhal­ter di­e­nen“, sagt der Köl­n­er Fo­to­graf Boris Ber­tram, der auch für die Mag­azine des RE­GIO MA­N­AG­ER ar­beit­et. „Stilis­tisch und hand­w­erk­lich sind Stock-Fo­tos zwar oft gut ge­macht, aber sie sind alle gleich.“ Auch wenn hi­er und dort Par­al­lelen zur tat­säch­lichen Si­t­u­a­tion vorkom­men, ist es um­so bess­er, abzulicht­en, wie es konkret im Un­terneh­men aussie­ht und wer die echt­en Men­schen hin­ter dem Na­men sind. Da­her führt ei­gentlich kein Weg an der In­vesti­tion in ei­gene Fo­tos vor­bei.

2. Keine hal­ben Sachen

Gute Un­terneh­mens­fo­tos brauchen Zeit. Es sollte ein richtiger Ter­min zum Shoot­ing ange­set­zt wer­den, der durchaus ei­nen Ar­beit­s­tag in An­spruch neh­men darf. „El­e­men­tar für das Gelin­gen ist, dass im Vor­feld eine Be­sprechung mit dem Fo­to­grafen über Ziele, In­halt und Stil der Fo­tos stattfin­d­et – vor allem bei kleineren Un­terneh­men, die keine ei­gene Mar­ket­ing-Abteilung haben“, so Ber­tram. Kun­den und Presse haben im­mer­hin bes­timmte Er­war­tun­gen, was die Fo­tos zei­gen sollen. Dabei eine in­di­vi­du­elle Op­tik zu fin­d­en, ist sch­w­er, aber nicht un­möglich. Krea­ti­vere Ergeb­nisse kön­nen meist da­durch erzielt wer­den, dass die Bilder nicht gestellt, son­dern in echt­en Si­t­u­a­tio­nen ge­macht wer­den. „Natür­lich hat jede Branche im­mer ihre ei­ge­nen, speziellen Wün­sche“, berichtet Boris Ber­tram. Von einem rät der Fo­to­graf allerd­ings ab: „Fo­tos größer­er Grup­pen, bis hin zur ge­samten Belegschaft, sind meist nicht vorteil­haft. Ein­er­seits erken­nt man kaum je­man­den da­rauf, an­der­er­seits sind sie sch­nell wied­er nicht mehr aktuell, wenn ein Mi­tar­beit­er das Un­terneh­men ver­lässt.“ Neben Auf­nah­men von Mi­tar­beit­ern und Räum­lichkeit­en kann auch über Bilder zufrie­den­er Kun­den nachge­dacht wer­den. Solche Ref­erenzen weck­en Ver­trauen, Bilder vom Ein­satz eines Pro­dukts verdeut­lichen potenziellen Kun­den um­so plas­tisch­er, was sie er­warten kön­nen.

3. Ei­nen Pro­fi fin­d­en

Dass die Fo­tos let­z­tendlich stil­voll und aus­sagekräftig wer­den, ist natür­lich in er­ster Linie Auf­gabe des Fo­to­grafen. Stellt sich nur die Frage, wo der oder die Richtige zu fin­d­en ist. Zunächst hilft es natür­lich, nach Fo­to­grafen, ob Freiberu­fler oder Stu­dios, in der Re­gion zu goo­geln – und das et­was in­ten­siv­er als nur auf der er­sten Tr­ef­fer­seite. Fo­to­grafen, die et­was auf sich hal­ten, sind mit ein­er Webpräsenz on­line vertreten. An­hand der dort einzuse­hen­den Ref­erenzen und Port­fo­lios lässt sich sch­nell erken­nen, ob der Stil des Fo­to­grafen zu den ei­ge­nen Vorstel­lun­gen passt. Allerd­ings ist et­was Vor­sicht ge­boten, da mittler­weile auch viele Hob­by-Fo­to­grafen ihre Di­en­ste an­bi­eten. Semipro­fes­sionelles Equip­ment gibt es mittler­weile ja fast über­all zu kaufen. „Nach un­ten ist heute alles of­fen“, meint Boris Ber­tram dazu. „Zu­min­d­est ge­fühlt hat man da auch als pro­fes­sioneller Fo­to­graf sch­neller Druck, wenn der Kunde fast die gleiche Kam­era zu Hause hat. Um­so mehr kommt es da­rauf an, dass der Pro­fi mit sei­nen Ideen und seinem Kön­nen überzeugt.“ Ei­nen guten Fo­to­grafen erken­nt man meist sch­nell daran, dass er oder sie den Auf­trag nicht nur ein­fach nach Vorschrift aus­führt, son­dern den Kun­den im Vor­feld pass­ge­nau berät.

4. Rechtlich­es beacht­en

Ein Fo­toter­min ist nicht unbe­d­ingt für je­den an­genehm. Aus welchen Grün­den auch im­mer: Einige Mi­tar­beit­er möcht­en oft nicht vor die Kam­era. De­shalb muss unbe­d­ingt vorher gek­lärt wer­den, wer bere­it ist, bei den Auf­nah­men mitzuwirken. Gezwun­gen wer­den kann nie­mand, jed­er hat ein Recht am ei­ge­nen Bild. Wer als Einzel­n­er oder in ein­er klei­nen Gruppe im Mit­telpunkt eines Fo­tos ste­ht, muss vor der Veröf­fentlichung des Bildes sein Ein­ver­ständ­nis dazu erk­lärt haben. Im Zweifel kann das auch schriftlich fest­ge­hal­ten wer­den. Hinzu kommt noch die Ein­räu­mung der Nutzungs­rechte an den Bildern durch den Fo­to­grafen. Als Urhe­ber der Bilder ist durchaus üblich, dass Fo­to­grafen die Nutzungs­rechte an den Fo­tos ihren Kun­den in Rech­nung stellen. Der Be­trag dafür berech­net sich da­nach, für welche Me­di­en, welch­es Ver­bre­i­tungs­ge­bi­et und welchen Zei­traum die Bilder genutzt wer­den sollen.

5. Kosten kalkulieren

Das „leidig­ste“ The­ma sind wie im­mer die Kosten des Ganzen. Gute Fo­tos haben natür­lich ihren Preis, und es gilt: je aufwendi­ger die gewün­scht­en Bilder, des­to mehr kosten sie. Die Vari­ablen hi­er­für sind allem vo­ran das benötigte Equip­ment wie Licht oder Ob­jek­tive sowie das Per­so­n­al wie As­sis­ten­ten oder Vis­ag­is­ten. Eben­so kön­nen Vor­bere­i­tung – Lo­ca­tion- und eventuell Mod­el­suche – und Post­pro­duk­tion berech­net wer­den. Hinzu kom­men Nebenkosten wie An­reise, Über­nach­tung oder Verpfle­gung für den Fo­to­grafen. Die Ge­samtkosten kön­nen al­so er­he­blich variieren. Pro­fes­sionelle Fo­to­grafen wis­sen das und er­stellen de­ment­sprechend ei­nen Kosten­vo­ran­sch­lag. Ein Tag pro­fes­sionelles Fo­to­shoot­ing, bei dem dann von Presse- bis hin zu Wer­be­fo­tos für Print und On­line alles ge­macht wird, kostet in­k­lu­sive An­fahrt, Nach­bere­i­tung und Rechteüber­tra­gung sel­ten un­ter 1.500 Eu­ro.

Ausgabe 05/2014



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