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Titelporträt

„Alles fließt“

Iserlohner Versicherungsmakler Assmann geht in den Ruhestand. NÜRNBERGER-Gruppe übernimmt. Freies Geschäft wird fortgesetzt.

Bild oben: Freude: Firmengründer Hans-Dieter Assmann (l.) und der neue Geschäftsführer Stefan Zurawski.
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„Alles fließt“– Her­ak­lit von Eph­e­sos benötigte gut 500 Jahre vor Chris­tus nur diese bei­den Worte, um eine bis dahin von allen herkömm­lichen Vorstel­lungsweisen un­ter­schiedliche Ein­sicht in die Wel­tord­nung zu be­grün­den. Heute ge­hört die Philo­so­phie des al­ten Griechen, nach der nichts so beständig ist wie der Wan­del, längst zum täglich gelebten Selb­stver­ständ­nis. Auch bei den Mi­tar­beit­ern des Iser­loh­n­er Ver­sicherungs­mak­lers Ass­mann ist in die­sen Ta­gen „alles im Fluss“. Mit einem neuen In­hab­er, einem neuen Geschäfts­führ­er sowie ehrgeizi­gen Zukunft­s­plä­nen bricht für sie zwar nicht gleich eine neue Wel­tord­nung, wohl aber eine neue Ära an.
Schon als Hans-Di­eter Ass­mann vor mehr als vi­er Jahrzeh­n­ten beschloss, seine Führungs­po­si­tion bei einem namhaften Ham­burg­er Ver­sicherung­sun­terneh­men für den Sprung in die Selb­st­ständigkeit aufzugeben, hat er ein deut­lich­es Zeichen ge­set­zt – nicht mit Blick auf sei­nen beru­flichen Sta­tus, son­dern auch für seine ganz ei­gene Philo­so­phie, die ihn sein Leben lang be­gleit­et hat.
Er wollte Mak­ler sein und nur Mak­ler. Ein­er, der nicht nur von Ge­setzes we­gen als haft­bar­er Sach­wal­ter die in­di­vi­du­ellen In­teressen der Ver­sicherten vertreten wollte, son­dern aus tie­fer Überzeu­gung.
„Aussch­laggebend für meine Entschei­dung war die größere Nähe zu Märk­ten und Men­schen“, erin­n­ert sich der heute 74-Jährige. „Außer­dem wollte ich krea­tiv sein, ges­tal­ten kön­nen.“ Ass­manns Vi­sion war, als frei­er und un­ab­hängiger Mak­ler Konzepte zu en­twick­eln, die es bis dahin noch nicht gab; in­di­vi­du­elle Ver­sicherungs­lö­sun­gen, die un­mit­tel­bar auf die Be­lange der Ver­sicherungs­neh­mer zugesch­nit­ten sind – kostenop­ti­miert noch dazu. Er wollte nur sei­nen Kun­den ge­genüber ve­r­ant­wortlich sein und nie­man­dem sonst, abge­se­hen von sei­nen Mi­tar­beit­ern.

Bun­desweit­er Bekan­n­theits­grad

 Freude: Firmengründer Hans-Dieter Assmann (l.) 
und der neue Geschäftsführer Stefan Zurawski.
Freude: Fir­men­grün­der Hans-Di­eter Ass­mann (l.) und der neue Geschäfts­führ­er Ste­fan Zu­raws­ki.

Da­mals, zu Be­ginn sein­er Selb­st­ständigkeit, kon­nte Ass­mann al­len­falls ah­nen, dass er sich mit der konse­quen­ten Ver­fol­gung dies­er Ziele bun­desweit ei­nen Na­men in der Ver­sicherungswelt machen würde – gleicher­maßen bei Wett­be­wer­bern wie bei den Ge­sellschaften.
Vor mehr als 20 Jahren ver­legte der in­no­va­tive Mak­ler dann sei­nen Fir­men­sitz an den Baren­dor­fer Bruch in Iser­lohn und warb sei­ther von hi­er aus für sein Ass­mann-Prinzip. „Wir haben im­mer Klar­text ge­sprochen. Leere Ver­sprechen waren uns fremd. Denn für Kom­pro­misse ist unser­er Mei­n­ung nach kein Platz, wenn es um die op­ti­male Ab­sicherung von Men­schen und ihren Fam­i­lien ge­ht“, füllt Ass­mann die­s­es Prinzip in­haltlich mit Leben und fügt hinzu: „Uns­er An­trieb war, häu­fig erst an der Stelle zu be­gin­nen, an der an­dere längst aufhören, und im Ergeb­nis beispiel­lose Leis­tungs­pakete zu en­twick­eln.“
Nach all den Jahren hat der nim­mer­müde Self­made­m­a­n­ag­er jet­zt die Weichen für eine nach­haltige Zukunfts­sicherung gestellt. Er hat sein pros­peri­eren­des Un­terneh­men verkauft. „Rund vi­er Jahre lang habe ich nach der besten Lö­sung ge­sucht. Und am Ende ist das Ergeb­nis mehr als gelun­gen“, freut sich Ass­mann.
Auch bei sein­er let­zten emi­nen­ten Entschei­dung („die wichtig­ste über­haup­t“) ist Ass­mann sich treu ge­blieben – auf eine in jed­er Bezie­hung beacht­en­sw­erte Weise.

Keineswegs ver­wun­der­lich

Kontinuität: Nicht nur der Firmenname bleibt erhalten
Kont­i­nu­ität: Nicht nur der Fir­men­name bleibt er­hal­ten


In­ves­tor und neuer In­hab­er ist mit der Nürn­berg­er Ver­wal­tungs­ge­sellschaft mbH eine 100-prozentige Tochter der Nürn­berg­er Ver­sicherung. Eine Entschei­dung, die auf den er­sten Blick nicht nur bei In­sid­ern auf Ver­wun­derung stoßen kön­nte. Ein un­ab­hängiger Mak­ler (quasi) in den Hän­den ein­er promi­nen­ten Ver­sicherungs­ge­sellschaft. Wie passt das zusam­men? Hat Ass­mann et­wa in der let­zten Minute sein­er beru­flichen Kar­riere seine Philo­so­phie ad ab­sur­dum ge­führt und ins Ge­gen­teil verkehrt?
„Um von vorn­herein allen Zweifeln und Zwei­flern zu begeg­nen: Ass­mann bleibt Ass­mann. Nicht nur der Name wird Be­s­tand haben, auch die Mi­tar­beit­er bleiben die­sel­ben – vor allem aber der Geschäfts­ge­gen­s­tand“, nimmt Ste­fan Zu­raws­ki dem Fir­men­grün­der die Worte aus dem Mund. Der neue Geschäfts­führ­er un­ter­streicht, „dass wir uns auch in Zukunft mit die­sem Tra­di­tion­sun­terneh­men und von die­sem Stran­dort aus als frei­er Mak­ler an den anges­tammten Märk­ten und darüber hi­naus en­gagieren wer­den“. Dies­bezüglich gebe es un­eingeschränkte Rück­en­deck­ung vom Konz­ern. „Die Zahlen müssen stim­men, aber Au­fla­gen an die Pro­dukt­bin­dung gibt es nicht.“
Der 44-jährige Fam­i­lien­vater, zulet­zt Sub­di­rek­tor und Scha­den­ver­trieb­sleit­er am Dort­mun­der Stan­dort der NÜRN­BERG­ER, gibt damit zu­gleich auch ei­nen Hin­weis auf ein wichtiges Novum in der Un­terneh­mens­geschichte des In­ves­tors: näm­lich nicht länger aussch­ließlich Ver­sicher­er zu sein, son­dern er­st­mals auch eine un­ab­hängige Mak­ler­a­gen­tur in das Un­terneh­mens­ge­flecht zu in­te­gri­eren.

Win-win-Si­t­u­a­tion für alle Beteiligten


Der Blick „hin­ter die Kulis­sen“ of­fen­bart eine klas­sische Win-win-Si­t­u­a­tion für alle Beteiligten. Neben dem Vorhaben, das klas­sische Mak­lergeschäft weit­er vo­ranzutreiben, soll die Fir­ma Ass­mann für den neuen In­hab­er eine so­ge­nan­nte „Ven­til­lö­sung für Aussch­ließlichkeitsvertreter“ repräsen­tieren. „Das heißt, die Repräsen­tan­ten unseres Haus­es, die bis­lang aussch­ließlich Pro­dukte der NÜRN­BERG­ER verkaufen durften, er­hal­ten nun­mehr ei­nen neuen Hand­lungsspiel­raum“, erk­lärt Zu­raws­ki. „Falls sie näm­lich im Zuge ihr­er Be­treu­ungs- bzw. Be­r­a­tungstätigkeit fest­stellen soll­ten, dass die in­di­vi­du­ellen Kun­den­be­lange nicht aus dem ei­ge­nen Port­fo­lio be­strit­ten wer­den kön­nen, dür­fen sie im In­teresse die­s­es Kun­den auf uns zurück­greifen – quasi als Ven­til. Wir wür­den dann als Mak­ler part­n­er­schaftlich die beste Lö­sung fin­d­en.“
Die Vorteils­kette ist of­fen­sichtlich: Das Port­fo­lio wird aus­ge­baut; der Kunde ist zufrie­den; er hat kei­nen Grund, den An­bi­eter zu wech­seln; die Kun­den­bin­dung wird pos­i­tiv bee­in­flusst; das Geschäft bleibt prak­tisch „im ei­ge­nen Hause“.
Natür­lich wird die Über­nah­meentschei­dung nicht aussch­ließlich mit der „Ven­til­funk­tion“ be­grün­det. „Ass­mann ist ein er­fol­greich­es Un­terneh­men, das sich am Markt ei­nen Na­men ge­macht hat und mit dem wir seit vielen Jahren er­fol­greich zusam­me­nar­beit­en“, so Zu­raws­ki. „In­sofern ist es nicht sch­w­erge­fall­en, hi­er an eine gute und er­fol­greiche Zukunfts­in­vesti­tion zu glauben. Uns­er Ziel ist natür­lich auch, das anges­tammte Geschäft auf dies­er vielver­sprechen­den Ba­sis zu kon­so­li­dieren und sukzes­sive weit­er auszubauen“, wirft der studierte Ver­sicherungs­fach­wirt ei­nen Blick nach vorn.
Ein wichtiger Fokus dabei liegt auf den anges­tammten Ziel­grup­pen aus In­dus­trie und Hand­w­erk. Das gilt vor allem für die Schorn­ste­in­feger, deren spezielle Run­dum-Ab­sicherung tra­di­tionell ein wichtiger Ass­mann-Sch­w­er­punkt ist. Aber auch neue Geschäfts­felder sollen nach An­gaben Zu­rawskis sukzes­sive er­schlossen wer­den. Ziel­grup­pen für spezielle Ver­sicherungs­lö­sun­gen sind hi­er et­wa das Elek­tro­hand­w­erk und die Bes­tat­ter.
Seine ei­gene Po­si­tion sie­ht der begeis­terte Jog­ger und Rad­fahr­er sportlich. „Als Geschäfts­führ­er in die Fußs­tapfen eines de­rart er­fol­greichen Un­terneh­mers zu treten ist natür­lich eine Her­aus­forderung und er­fordert einiges Um­denken. Aber die aus­nahm­s­los hoch qual­i­fizierten Mi­tar­beit­er und die her­vor­ra­gende Aus­gangs­ba­sis sowie das En­gage­ment von Her­rn Ass­mann, mich de­tail­liert und kon­struk­tiv bei der Über­nahme mein­er Auf­gaben zu un­ter­stützen, stim­men mich beim Blick in die Zukunft ab­so­lut zu­ver­sichtlich.“
Um­ler­nen – ja das müsse er, geste­ht sich der 44-Jährige ein. Zwar kann er selbst auf langjährige Ver­trieb­ser­fahrung zurück­greifen und auch das The­ma Mi­tar­beit­er­führung ist ihm nicht fremd. „Aber vor allem muss ich mich jet­zt erst ein­mal an eine an­dere Be­trachter­per­spek­tive gewöh­nen“, sagt er. Im­mer­hin funk­tioniere der Ver­trieb für ihn künftig ja an­der­sherum: „Dem­nächst bin ich vor ei­gene Entschei­dun­gen gestellt und muss meine Vorstel­lun­gen re­al­isieren, ohne mich dabei an Konz­ern­vor­gaben ori­en­tieren zu kön­nen. Aber das eröffnet auch neue Krea­tiv­itäts­möglichkeit­en im Tages­geschäft.“

Know-how-Werk­s­tatt für die Kun­den wer­den


„Größten Re­spek­t“ habe er gleicher­maßen vor dem Leben­sw­erk des Fir­men­grün­ders wie vor der Er­war­tung­shal­tung des neuen In­hab­ers. Angst? „Nein, Angst habe ich nicht. Und ich empfinde meine neue Auf­gabe auch nicht als Bürde. Vielmehr ver­ste­he ich sie als An­trieb für meine beru­fliche Weit­er­en­twick­lung. Außer­dem kann ich mir der un­eingeschränk­ten Un­ter­stützung bei­der Seit­en sich­er sein. Das beruhigt unge­mein und macht ab­so­lut zu­ver­sichtlich.“
Und was än­dert sich für die Mi­tar­beit­er? – Nach ein­heitlichem Bekun­den des schei­den­den In­hab­ers und des neuen Geschäfts­führ­ers grund­sät­zlich gar nichts. „Wenn es uns gel­ingt, unsere un­mit­tel­baren Vorhaben in die Tat umzusetzen, wer­den wir uns kurz- bis mit­tel­fristig so­gar ver­stärken müssen“, hofft Zu­raws­ki. Als Nahziel will er die Kun­den noch stärk­er als bish­er in den Mit­telpunkt des In­teress­es stellen und sie beispiel­sweise durch forcierte Kom­mu­nika­tions­maß­nah­men – et­wa im Bereich So­cial Me­dia – „früher ab­holen“, als das bish­er der Fall war. Zu­dem soll eine stärkere Dig­i­tal­isierung im Tages­geschäft neue Freiräume für die Kun­den­ber­a­tung schaf­fen.
Auch künftig wer­den im Hause Ass­mann mit Blick auf die „ho­hen An­forderun­gen“ an die Mi­tar­beit­er die The­men „Förderung und Qual­i­fika­tion“ sowie „Ar­beit­s­platz­zufrie­den­heit“ eine wichtige Rolle spielen. „Platz für Ei­genini­tia­tive, flex­i­blere Ar­beit­szeit­pla­nun­gen und mehr Team­bil­dung sollen zur weit­eren Steigerung des Mo­ti­va­tionslevels bei­tra­gen“, sagt Zu­raws­ki, der seine neue Rolle als Pri­mus in­ter Pares und in­sofern als Team­play­er ver­ste­ht.
„Un­ter dem Strich wollen wir uns so zeit­nah wie möglich als eine eben­so in­no­va­tive wie kom­pe­tente Know-how-Werk­s­tatt präsen­tieren – mit dem erk­lärten Willen, uns auch dies­bezüglich eng am Be­darf unser­er Kund­schaft zu ori­en­tieren“, bringt es der Geschäfts­führ­er auf den Punkt.

Über­nahme auch ein Zeichen der Wertschätzung


Hans-Di­eter Ass­mann hat kein­er­lei Zweifel daran, dass mit Ste­fan Zu­raws­ki der richtige Mann in seine Fußs­tapfen tritt. In die­sem Zusam­men­hang richtet sich sein aus­drück­lich­er Dank an die NÜRN­BERG­ER, die nicht nur viele Jahre lang ein­er der en­g­sten, wichtig­sten und zu­ver­läs­sig­sten Part­n­er gewe­sen sei. „Das Ver­trauen in mich und meine Ideen habe ich nie als selb­stver­ständlich emp­fun­den. So­gar in die Per­so­na­lentschei­dung über meine per­sön­liche Nach­folge war ich einge­bun­den. Das empfinde ich nicht nur als großes Glück, son­dern auch als fi­nale Wertschätzung unser­er langjähri­gen Zusam­me­nar­beit“, bi­lanziert der 74-Jährige – nicht ohne ein wenig Weh­mut erken­nen zu lassen, die sich in seine Freude mischt.
Und so sch­ließt sich der Kreis. Eine Ära ge­ht zu Ende, ein neues Zei­tal­ter be­gin­nt. Vie­les bleibt, wie es ist, an­deres än­dert sich. Der Blick zurück ist konse­quent nach vorn gerichtet. Kun­den und Märkte wollen er­obert wer­den. Ass­mann bleibt Ass­mann. – Alles fließt.

Frank von Leli­wa – in­fo@sage-und-schreibe.de

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H. D. ASSMANN
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Stefan Zurawski
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Telefon: 02371/8266-0 · Telefax: 02371/20615
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Ausgabe 06/2017