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12. Optimum Wirtschaftsgespräch

Spahn: „USA und Großbritannien sind uns näher, als es China oder die Türkei je sein wird.“

Bild oben: Untere Reihe v.l.: Jürgen und Ruth Echterhage, Rosalie von Landsberg-Velen, Christel Voßbeck-Kayser (MdB), Prof. Dr. Jörg H. Ottersbach Obere Reihe v.l.: Christian Buschkotte (Provinzial), Stephanie Kißmer, Jens Spahn (parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen), Dr. Ralf Geruschkat (Hauptgeschäftsführer der SIHK zu Hagen), Marco Voge (MdL), Renate Brune (Unternehmensberatung) Foto: Thomas Hellmann
Jens Spahn, par­la­men­tarisch­er Staatssekretär im Bun­des­min­is­teri­um für Fi­nanzen und MdB für die CDU, po­larasiert und provoziert. Die rund 150 Gäste aus Wirtschaft und Pol­i­tik amüsierte es, denn Spahn nahm kein Blatt vor den Mund. Seine De­vise: Probleme könne man nur lösen, wenn man sie of­fen und ehr­lich an­spreche.
Und damit wurde das Wirtschafts­ge­spräch im Rah­men des Balve Op­ti­mum nicht lang­weilig. „Wied­er mal eine gelun­gene Diskus­sion“, fin­d­et Chris­tian Buschkotte von der West­fälischen Prov­inzial, der alle zwölf Ve­r­an­s­tal­tun­gen seit Be­ginn 2006 live ver­fol­gen kon­nte.

Unsere Fre­und­schaft zu Ameri­ka hängt nicht davon ab, wer ger­ade Präsi­dent ist

Untere Reihe v.l.: Jürgen und Ruth Echterhage, Rosalie von Landsberg-Velen, 
Christel Voßbeck-Kayser (MdB), Prof. Dr. Jörg H. Ottersbach
Obere Reihe v.l.: Christian Buschkotte (Provinzial), Stephanie Kißmer, Jens Spahn (parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen), Dr. Ralf Geruschkat (Hauptgeschäftsführer der SIHK zu Hagen), Marco Voge (MdL), Renate Brune (Unternehmensberatung)
Foto: Thomas Hellmann
Un­tere Rei­he v.l.: Jür­gen und Ruth Echter­hage, Ros­alie von Lands­berg-Velen, Chris­tel Voßbeck-Kays­er (MdB), Prof. Dr. Jörg H. Ot­ters­bach Obere Rei­he v.l.: Chris­tian Buschkotte (Prov­inzial), Stephanie Kißmer, Jens Spahn (par­la­men­tarisch­er Staatssekretär beim Bun­des­min­is­ter der Fi­nanzen), Dr. Ralf Geruschkat (Haupt­geschäfts­führ­er der SIHK zu Ha­gen), Mar­co Voge (MdL), Re­nate Brune (Un­terneh­mens­ber­a­tung) Fo­to: Tho­mas Hell­mann

Da es mo­men­tan viele The­men gibt, die die sauer­ländische Wirtschaft be­we­gen, hat man die Podi­ums­diskus­sion mit dem Ti­tel „Brex­it, Trump & Co.“ eher of­fen ges­tal­tet. Und Spahn kann aus ei­ge­nen Er­fahrun­gen sprechen. „Ich komme jedes Mal von ein­er Amerikareise beruhigter zurück, als ich hinge­fahren bin. Wichtiger als das, was Trump twit­tert, ist doch, dass uns die Werte der USA mehr verbin­den, als es Chi­na je­mals kön­nte. Die tran­sat­lan­tische Fre­und­schaft hängt nicht davon ab, wer ger­ade Präsi­dent ist.“ Spahn halte Trump auch nicht für sprung­haft. Schon 1990 bekan­nte Trump sich in In­ter­views zu den gleichen The­men wie heute.

Mit Leucht­turm­pro­jek­ten­das Im­age der EU stärken

Landrat Thomas Gemke, Rosalie von Landsberg-Velen, Prof. Dr. Jörg H. Ottersbach, Christel Voßbeck-Kayser (MdB),
Stephanie Kißmer, Paul Müller (Fa. Paul Müller Verpackungen), Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert
Lan­drat Tho­mas Gemke, Ros­alie von Lands­berg-Velen, Prof. Dr. Jörg H. Ot­ters­bach, Chris­tel Voßbeck-Kays­er (MdB), Stephanie Kißmer, Paul Müller (Fa. Paul Müller Ver­pack­un­gen), Bun­des­tagspräsi­dent Prof. Dr. Nor­bert Lam­mert


Viel span­nen­der sei für Spahn mo­men­tan der Blick auf Eu­ro­pa. Deutsch­land habe es sich in der Mitte der an­deren gemütlich ge­macht. Deutsch­lands Auf­gabe sei, erwach­sen und ei­gen­ständig zu wer­den, in der EU eine Führungs­rolle zu überneh­men. Die EU habe eine Le­gi­t­i­ma­tion­skrise und befin­d­et sich in ein­er kri­tischen Phase. „Wenn nun drei Län­der die Ab­fahrten falsch neh­men, dann kann die EU au­sei­nan­der­flie­gen“, po­larisiert Spahn die Si­t­u­a­tion der Eu­ropäischen Union. Nur als EU könne man Mi­gra­tion in den Griff bekom­men, aber dazu sei ein pos­i­tiveres Im­age der EU notwendig. Man brauche Leucht­turm­pro­jekte, bei de­nen die Bürg­er spüren, dass die EU wichtig und sin­n­voll sei, und keine weit­eren Erk­lärun­gen. „Die EU kön­nte eine Menge Ef­fizienzen heben. Ter­roris­mus­bekämp­fung, ge­mein­same Bil­dungspro­jekte oder Stärkung der Daten­sicher­heit sind ein paar Beispiele, die in der EU gut aufge­hoben wären“, so Spahn.

In an­dere Län­der hinein­versetzen

Prof. Dr. Jörg H. Ottersbach und Jens Spahn (v.l.)
Prof. Dr. Jörg H. Ot­ters­bach und Jens Spahn (v.l.)

Damit EU funk­tioniere, müsse man sich in an­dere Län­der und Kul­turen hinein­versetzen und sie ver­ste­hen. Spahn hält eine ge­sunde EU für el­e­men­tar. Der Brex­it wird nach Spahns Mei­n­ung vie­les verän­dern. Län­der außer­halb der Eu­ro­zone wer­den stark gesch­wächt. Deutsch­lands Auf­gabe sei, sie dazu zu be­we­gen, in der EU zu bleiben. Deutsch­land ver­liert des Weit­eren mit Großbri­tan­nien ei­nen starken Part­n­er, Net­toempfänger wer­den durch den Brex­it gestärkt. „Wir haben viel dafür ge­tan, dass Griechen­land und die Türkei in der EU bleiben. Vielleicht hät­ten wir im Nach­hinein be­trachtet mehr En­ergien in Großbri­tan­nien steck­en sol­len“, resümiert Spahn, „für mich als Briten­fre­und tut es im Herzen we­h“. Aber es bringe nichts, zu be­s­trafen. Großbri­tan­nien
bleibe weit­er­hin ein wichtiger Part­n­er für die Län­der in Eu­ro­pa.

Deutsch­land ge­ht es gut wie nie zu­vor

Norbert Horstmeyer (Provinzial), Rosalie von Landsberg-Velen, Christian Buschkotte (Provinzial) (v.l.)
Nor­bert Horst­mey­er (Prov­inzial), Ros­alie von Lands­berg-Velen, Chris­tian Buschkotte (Prov­inzial) (v.l.)

Und der Blick auf Deutsch­land? „Unserem Land ge­ht es so gut wie nie zu­vor. Wir ver­buchen Reko­rdein­nah­men und wis­sen gar nicht, wo­hin mit der Koh­le. Das Problem in Deutsch­land ist eher das Pla­nungs­recht. Manch­mal lassen sich da­durch Pro­jekte nicht sch­nell genug re­al­isieren.“ Und warum
haben die Men­schen den­noch Angst vor der Zukunft, wollte Mod­er­a­tor Prof. Dr. Jörg H. Ot­ters­bach von Spahn wis­sen? Am­bi­va­lent sei die Un­sicher­heit. Es sei nicht gott­gegeben, dass es so bleibe. Der noch junge CDU-Ab­ge­ord­nete ist bere­it, anzu­pack­en und daran zu ar­beit­en, dass es den Deutschen auch weit­er­hin gut ge­ht. Sicher­lich wird man noch das eine oder an­dere von dem erst 36-jähri­gen ge­bürti­gen Ahaus­er hören. Dem Wirtschafts­ge­spräch in Balve hat er damit ein­mal mehr zu einem großen Er­folg ver­holfen.

Hin­ter­grund Op­ti­mum Wirtschafts­ge­spräch

Bürgermeister Hubertus Mühling Balve, Prof. Dr. Norbert Lammert, Bundestagspräsident, 
Christel Voßbeck-Kayser (MdB)
Bürg­ermeis­ter Hu­ber­tus Müh­ling Balve, Prof. Dr. Nor­bert Lam­mert, Bun­des­tagspräsi­dent, Chris­tel Voßbeck-Kays­er (MdB)

Seit 2006 fin­d­et das Wirtschafts­ge­spräch im Rah­men der Re­it­s­portver­an­s­tal­tung Balve Op­ti­mum statt. Das Balve Op­ti­mum ge­hört zu den tra­di­tion­s­reich­sten Turnieren Eu­ro­pas und bi­etet neben der Aus­rich­tung der Deutschen Meis­ter­schaften eine Net­work­ing­platt­form für Wirtschaft und Pol­i­tik. Ge­la­den zum Wirtschafts­ge­spräch haben Ros­alie Freifrau von Lands­berg-Velen als Ve­r­an­s­tal­terin des Balve Op­ti­mum In­ter­na­tio­n­al und Stephanie Kißmer, Geschäfts­führerin der Stadt­mar­ket­ing Balve GmbH und der Wirtschaftsini­tia­tive Balve, sowie Dr. Ralf Geruschkat, Haupt­geschäfts­führ­er der SIHK zu Ha­gen. Die Schirmherrschaft des Wirtschaft­stalks über­nah­men aber­mals das Ehe­p­aar Ruth und Jür­gen Echter­hage.

Ausgabe 06/2017