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Management

Unternehmenspraxis

Bild oben: (Foto: © Matthias Buehner – stock.adobe.com)

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PER­SO­N­AL & KAR­RIERE

Ar­beit­s­losigkeit sinkt weit­er

Das Ar­beits­markt­barom­e­ter des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Berufs­forschung (IAB) ist im Jan­uar ge­genüber dem Vor­mo­nat um 0,1 Punkte gestie­gen. Dies ge­ht auf die Kom­po­nente für den Aus­blick auf die Ar­beit­s­losigkeit zurück, die sich um 0,7 Punkte verbesserte. Die Kom­po­nente für die Beschäf­ti­gung ver­lor hinge­gen 0,4 Punkte. Der Frühindika­tor des IAB zeigt mit 103,2 Punk­ten ei­nen pos­i­tiv­en Aus­blick auf das Jahr 2017. Mit 101,6 Punk­ten liegt die Kom­po­nente für die Prog­nose der Ar­beit­s­losigkeit auf dem besten Wert seit Juli 2011. Im Jahr 2017 sei zwar mit zusät­zlichen Ar­beit­s­los­mel­dun­gen von Flüchtlin­gen zu rech­nen, aber der gün­stige Ar­beits­markt­trend könne das kom­pen­sieren. Anzeichen für eine Trend­wende gebe es nicht. Die Beschäf­ti­gungskom­po­nente ste­ht mit 104,8 Punk­ten zwar noch im­mer auf einem sehr guten Niveau, ist aber den vierten Mo­nat in Folge ge­sunken. Die guten Aus­sicht­en für die En­twick­lung der Ar­beit­s­losigkeit seien an­gesichts der Flüchtlingszuwan­derung und der ver­ringerten Dy­namik des Beschäf­ti­gungsauf­baus be­merken­sw­ert. Die Ergeb­nisse ließen sich aber damit erk­lären, dass ver­füg­bare Ar­beit­skräfte in Deutsch­land mit dem de­mo­gra­fischen Wan­del knap­per wür­den. Ohne die Flüchtlingszuwan­derung würde das Er­werbsper­so­n­en­potenzial in die­sem Jahr bere­its stag­nieren. Das IAB-Ar­beits­markt­barom­e­ter ist ein Frühindika­tor, der auf ein­er mo­natlichen Um­frage der Bun­de­sa­gen­tur für Ar­beit un­ter allen lokalen Ar­beit­sa­gen­turen basiert. Die Skala reicht von 90 (sehr sch­lechte En­twick­lung) bis 110 (sehr gute En­twick­lung).

In­te­gra­tion von Flüchtlin­gen in den Ar­beits­markt

Im­mer mehr Flüchtlinge fin­d­en ei­nen Job, doch die In­te­gra­tion in den Ar­beits­markt läuft noch nicht op­ti­mal. Das liegt auch daran, dass Flüchtlinge nicht dort woh­nen, wo Ar­beit­skräfte fehlen, zeigt eine Studie des In­sti­tuts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Derzeit wer­den Flüchtlinge zunächst nach dem König­stein­er Sch­lüs­sel auf die Bun­des­län­der verteilt, der sich nach Bevölkerungs­dichte und Steuer­aufkom­men er­rech­net. Nach ihr­er An­erken­nung zie­hen viele dann in west­deutsche Großstädte. Im Au­gust 2016 waren bun­desweit knapp 50 Prozent der potenziell er­werbs­fähi­gen Flüchtlinge ar­beit­s­los gemeldet. Zwischen den ver­schie­de­nen Bun­des­län­dern gibt es dabei er­he­bliche Un­ter­schiede: In der Ar­beit­s­losen­quote von Flüchtlin­gen aus den Hauptherkunft­s­län­dern Afghanis­tan, Er­itrea, Irak, Iran, Nige­ria, So­ma­lia, Pak­is­tan und Syrien weisen un­ter den west­deutschen Bun­des­län­dern das Saar­land (67 Prozent) und Nor­drhein-West­falen (57 Prozent) die höch­sten Werte auf. Laut ein­er Be­fra­gung im Rah­men der Studie ist der An­teil der Fir­men, die Flüchtlinge beschäfti­gen oder aus­bil­den, um vi­er Prozent­punkte auf über zehn Prozent gestie­gen. In den ver­gan­ge­nen Mo­nat­en haben dabei so­wohl kleine als auch mittlere Un­terneh­men ihr En­gage­ment er­höht. Fast jedes dritte große Un­terneh­men mit mehr als 250 Mi­tar­beit­ern beschäftigt Flüchtlinge. Im Früh­jahr 2016 traf dies nur auf jedes siebte Un­terneh­men zu.


(Foto: © stockpics – stock.adobe.com)
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KON­JUNK­TUR

Deutsche Wirtschaft durch­läuft kräftiges Win­ter­hal­b­jahr

Zum Jahre­sauf­takt sig­nal­isiert das Kon­junk­tur­barom­e­ter des Deutschen In­sti­tuts für Wirtschafts­forschung (DIW Ber­lin) kräftige Zuwach­s­rat­en bei der Wirtschaft­sleis­tung. Das Barom­e­ter liegt im er­sten Viertel­jahr bei 110 Punk­ten, nach­dem es bere­its für das Sch­lussquar­tal des ver­gan­ge­nen Jahres mit 106 Punk­ten deut­lich über der Marke von 100 Punk­ten lag, die ei­nen durch­sch­nittlichen Zuwachs der Wirtschaft­sleis­tung anzeigt. Trotz er­he­blich­er wirtschaft­spoli­tisch­er Un­sicher­heit wie dem Brex­it oder den Wahlen zum US-Präsi­den­ten habe sich die deutsche Wirtschaft im Win­ter­hal­b­jahr gut gesch­la­gen. Ins­ge­samt dürfte das Brut­toin­land­spro­dukt im vierten Quar­tal 2016 wohl 0,5 Prozent höher als im Vorquar­tal aus­ge­fall­en sein, und die Zuwach­s­rate dürfte sich im er­sten Quar­tal 2017 auf 0,6 Prozent besch­le­u­ni­gen. Anzeichen für eine aus­geprägte Delle bei der Aus­land­s­nach­frage im Zuge der Brex­it-Entschei­dung gebe es bis­lang nicht, tra­gende Säule der Kon­junk­tur in Deutsch­land sei nach wie vor der pri­vate Ver­brauch. Mit­tel­fristig über­wö­gen aber den­noch die Risiken. US-Präsi­dentschaft und der bri­tische EU-Aus­tritt wer­den die of­fene deutsche Wirtschaft be­son­ders beein­trächti­gen. Auch der Kon­sum werde an Sch­wung ver­lieren, weil die Zahl der Er­werb­stäti­gen langsamer steigt und die anzie­hende In­fla­tion die En­twick­lung der Realeinkom­men bremse. Die den­noch sehr pos­i­tive En­twick­lung des Kon­junk­tur­barom­e­ters ist u.a. der Tat­sache geschuldet, dass die jüng­sten Öl­preisan­stiege den In­dex pos­i­tiv verz­er­ren.

Baukon­junk­tur noch kräftiger als ver­mutet

Das Brut­toin­land­spro­dukt ist in Deutsch­land nach er­sten Berech­nun­gen des Statis­tischen Bun­de­samts im Jahr 2016 preis­bereinigt um 1,9 Prozent gestie­gen. Dies ent­spreche der Prog­nose des Leib­niz-In­sti­tuts für Wirtschafts­forschung Halle (IWH) vom Dezem­ber 2016.
Trie­bkräfte der guten Kon­junk­tur seien wie er­wartet der pri­vate und der öf­fentliche Kon­sum, während die Ex­porte nur ver­hal­ten ex­pandierten. Stärk­er, als nach den zu­vor veröf­fentlicht­en amtlichen Zahlen zu er­warten gewe­sen wäre, hät­ten die In­vesti­tio­nen zugelegt, vor allem die in Baut­en, aber auch die in Aus­rüs­tun­gen. Die sehr gün­sti­gen mon­etären Rah­menbe­din­gun­gen und die ho­he Beschäf­ti­gungs­dy­namik sind zwei wichtige Gründe dafür, dass die deutsche Kon­junk­tur auch im Jahr 2017 kräftig bleiben dürfte. Zulet­zt haben sich auch die Ex­por­taus­sicht­en wied­er et­was aufge­hellt: Auf wichti­gen Aus­lands­märk­ten sei die wirtschaftliche Zu­ver­sicht zulet­zt gestie­gen, und ent­sprechend legten auch die Auf­trag­se­ingänge aus dem Aus­land seit dem Herbst zu. Die viel­fachen welt­poli­tischen Risiken schei­nen die in­ter­na­tio­nale Kon­junk­tur ge­gen­wärtig kaum zu be­las­ten.

Keine Angst vor dem Brex­it

Deutsche Fir­men se­hen dem EU-Aus­tritt des Vereinigten Köni­greichs über­wie­gend ents­pan­nt ent­ge­gen. Das zeigt eine Um­frage des In­sti­tuts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) un­ter 2.900 Un­terneh­men im Herbst 2016: Mehr als 90 Prozent von ih­nen er­warten keine oder nur geringe Auswirkun­gen auf ihre Geschäfte. Lediglich zwei bis drei Prozent glauben, dass der Brex­it ihre Pro­duk­tion, In­vesti­tio­nen und Beschäftigten­zahlen stark beein­trächti­gen wird. Selbst den Han­del mit dem Vereinigten Köni­greich se­hen die meis­ten Un­terneh­men nur wenig beein­trächtigt. Nur knapp zehn Prozent rech­nen damit, deut­lich weniger Güter auf die Insel zu lie­fern, weitere rund 30 Prozent er­warten leicht rück­läu­fige Ex­porte. Knapp ein Vier­tel der Fir­men er­hofft sich so­gar pos­i­tive Ef­fekte durch den bri­tischen EU-Aus­tritt, z.B. weil Käufer we­gen möglich­er Han­dels­bar­ri­eren nicht länger bei der bri­tischen Konkur­renz zusch­la­gen, son­dern bei ih­nen. Die Be­fra­gung zeige, dass die bri­tische Regierung über weniger Druck­mit­tel in den Brex­it-Ver­hand­lun­gen ver­fügt, als sie zu glauben scheint. Sechs von zehn Fir­men ge­hen davon aus, dass es am Ende auf ei­nen weichen Brex­it hi­naus­läuft, die Han­dels­bezie­hun­gen zwischen dem Vereinigten Köni­greich und der EU al­so nicht al­lzu stark eingeschränkt wer­den.

MA­N­AGE­MENT

Förder­pro­gramme für Ge­bäude­sanierung vere­in­fachen

Die en­er­getische Mod­er­nisierung von Ge­bäu­den stag­niert. Das liegt auch an der unüber­sichtlichen Förderung: Derzeit gibt es bun­desweit 3.350 Förder­pro­gramme für en­er­getische Maß­nah­men an Ge­bäu­den. Um die En­ergiewende vo­ranzubrin­gen, müsse das Sys­tem drin­gend vere­in­facht wer­den. Neben der KfW Banken­gruppe und dem Bun­de­samt für Wirtschaft und Aus­fuhrkon­trolle (BA­FA) bi­eten viele Län­der, Kom­mu­nen und En­ergiev­er­sorg­er ei­gene Förder­pro­gramme an. Doch die Vielzahl an Möglichkeit­en macht es für Ei­gen­tümer un­nötig kom­pl­iziert: Die In­vesti­tio­nen in en­er­getische Sanierun­gen sind in den ver­gan­ge­nen Jahren so­gar ge­sunken, wie ein Gu­tacht­en des In­sti­tuts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt, welch­es in Ko­op­er­a­tion mit der Sch­wäbisch Hall-Stif­tung, dem Zen­tralver­band des deutschen Hand­w­erks und dem Volk­swirtschaftlichen In­sti­tut für Mit­tel­s­tand und Hand­w­erk ent­s­tan­den ist. Die vielen Ange­bote kä­men am Markt sch­licht nicht an, meint IW-Im­mo­bilien­ex­perte Ralph Henger. Die Au­toren des Gu­tacht­ens empfehlen da­her, die Pro­gramme der KfW, des BA­FA und der Län­der zusam­men­zuführen. Nur noch auf kom­mu­naler Ebene und von den En­ergiev­er­sorg­ern soll­ten ergänzende Pro­gramme ange­boten wer­den. Alle lokalen Ini­tia­tiv­en soll­ten aber auch auf ein­er bun­desweit­en Platt­form ge­bün­delt sein. Förder­pro­gramme in die Breite zu tra­gen gelinge nur, wenn so­wohl die Banken als auch die Hand­w­erk­er vor Ort bess­er einge­bun­den sind. Zu­dem sollte die Förderung der en­er­getischen Sanierung durch steuer­liche An­reize ergänzt und voll­ständig auf die Re­duzierung von Treib­haus­gasen aus­gerichtet wer­den.

(Foto: © djama – stock.adobe.com)
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BIL­DUNG & IN­NO­VA­TION

Forschung und En­twick­lung ist auf Bal­lungszen­tren konzen­tri­ertFür die pri­vate Forschung und En­twick­lung (FuE) in Deutsch­land spielt die räum­liche Nähe zur In­dus­trie­pro­duk­tion eine stärkere Rolle als die Nähe zu öf­fentlich ge­förderten Forschung­sein­rich­tun­gen und Hoch­schulen. Dies ist eines der zen­tralen Ergeb­nisse ein­er Studie des Deutschen In­sti­tuts für Wirtschafts­forschung (DIW Ber­lin). Die Pol­i­tik solle deswe­gen die über­re­gio­nale Ver­net­zung von Forschung­sein­rich­tun­gen, Hoch­schulen und Un­terneh­men vo­ran­treiben. Von über­re­gio­naler Zusam­me­nar­beit zwischen Forschung und In­dus­trie kön­n­ten insbe­son­dere Re­gio­nen mit einem schwachen In­dus­triebe­satz pro­f­i­tieren. Darüber hi­naus kön­n­ten Re­gio­nen mit stark­er öf­fentlich­er Forschung ihre Wis­senspotenziale bess­er für sich nutzen, wenn die re­gio­nale In­dus­trie et­wa im Rah­men von An­sied­lungs- und Be­s­tand­spol­i­tik un­ter­stützt wird. Im Jahr 2013 waren in Deutsch­land ins­ge­samt 589.000 Per­so­n­en in Forschung und En­twick­lung tätig. Damit ist die Zahl des Forschungsper­so­n­als seit dem Jahr 2003 um 25 Prozent gestie­gen. Bei den Forschung­sein­rich­tun­gen ex­pandierte das FuE-Per­so­n­al von 2003 bis 2013 um 33 Prozent, bei den Hoch­schulen um 29 Prozent. Die An­zahl der in der Un­terneh­mens­forschung Beschäfti­gen stieg im sel­ben Zei­traum um 21 Prozent. Der über­wie­gende Teil des FuE-Per­so­n­als ist mit 62 Prozent in den Bal­lungszen­tren tätig. Bei der FuE-In­ten­sität – gemessen am An­teil der in der Forschung Beschäftigten an allen Er­werb­stäti­gen – führen die Re­gio­nen Stutt­gart, Braun­sch­weig (mit Wolfs­burg) und München.


Ste­fan Mülders | re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 03/2017