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Management

Unternehmenspraxis

PER­SO­N­AL & KAR­RIERE

Ne­un Prozent mehr of­fene Stellen

Im drit­ten Quar­tal 2016 gab es auf dem er­sten Ar­beits­markt bun­desweit 961.200 of­fene Stellen. Das ent­spricht einem Zuwachs von gut ne­un Prozent ge­genüber dem ent­sprechen­den Vor­jahresquar­tal. In West­deutsch­land waren im drit­ten Quar­tal die­s­es Jahres 760.900 of­fene Stellen zu vergeben, in Ost­deutsch­land 200.300. Das ge­ht aus der Stel­len­er­he­bung des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Berufs­forschung (IAB) her­vor. Die ge­genüber dem Vor­jahr prozen­tu­al stärk­ste Steigerung an of­fe­nen Stellen gab es im Baugewerbe. Die IAB-Stel­len­er­he­bung verzeich­net 93.000 of­fene Stellen. Ein Jahr zu­vor waren es 66.000. Ge­genüber dem zweit­en Quar­tal 2016 ging die Zahl der of­fe­nen Stellen im Baugewerbe zwar um 5.000 zurück, in der Ge­samtwirtschaft um 24.000. Ein Rück­gang vom zweit­en auf das dritte Quar­tal ent­spreche aber dem üblichen Sai­son­muster und sei da­her in kein­er Weise über­raschend. Das IAB un­ter­sucht mit der Stel­len­er­he­bung vier­mal jähr­lich das ge­samte Stel­le­nange­bot, al­so auch jene Stellen, die den Ar­beit­sa­gen­turen nicht gemeldet wer­den. Im drit­ten Quar­tal 2016 wur­den Ant­worten von rund 9.000 Ar­beit­ge­bern aller Wirtschafts­bereiche aus­gew­ertet. Die Zeitrei­hen zur Zahl der of­fe­nen Stellen auf Ba­sis der IAB-Stel­len­er­he­bung sind un­ter http://www.iab.de/stel­len­er­he­bung/dat­en on­line veröf­fentlicht.

KON­JUNK­TUR

Deutsche Wirtschaft besch­le­u­nigt leicht

Das Kon­junk­tur­barom­e­ter des Deutschen In­sti­tuts für Wirtschafts­forschung (DIW Ber­lin) stieg im Ok­to­ber – vor der Wahl von Do­n­ald Trump zum neuen US-Präsi­den­ten – auf 103 Punkte und deutete damit auf eine leichte Besch­le­u­ni­gung des Wirtschaftswach­s­tums im Sch­lussquar­tal 2016 hin. Das Brut­toin­land­spro­dukt dürfte dann um 0,4 Prozent zuneh­men, im Ver­gleich zu 0,3 Prozent im drit­ten Quar­tal. Die deutsche Wirtschaft halte Kurs, trotz ho­her Un­sicher­heit­en wie der an­hal­ten­den Ungewis­sheit über die Fol­gen des Brex­it-Vo­tums, der anges­pan­n­ten Si­t­u­a­tion in Teilen des eu­ropäischen Bankensek­tors und der zahl­reichen geopoli­tischen Risiken, et­wa der Lage in der Türkei, dem Krieg in Syrien und ein­er sich abzeich­nen­den Zu­nahme des Pro­tek­tion­is­mus. Die im Juli deut­lich rück­läu­fige Pro­duk­tion im ve­rar­bei­t­en­den Gewerbe – wie auch der Rück­gang der Ex­porte – ge­he maßge­blich auf die frühe Lage der Fe­rien zurück. Im Au­gust wur­den die Aus­fälle wie er­wartet nachge­holt und sorgten für zusät­zlichen Sch­wung. Im Durch­sch­nitt liege die Pro­duk­tion im drit­ten Quar­tal in et­wa so hoch wie im zweit­en und dürfte mit einem leicht­en Plus in das Sch­lussquar­tal starten. Damit zeichne sich für die In­dus­trie eine Fort­set­zung des mod­er­at­en Aufwärt­strends ab und auch die Ex­porte dürften im Um­feld ein­er ver­hal­ten ex­pandieren­den Weltwirtschaft et­was Fahrt aufneh­men. Vor allem die Um­sätze der kon­sum­na­hen Di­en­stleis­tungs­bereiche wür­den an­gesichts des an­hal­ten­den Beschäf­ti­gungsauf­baus und spür­bar­er Lohn­steigerun­gen wohl weit­er merk­lich zule­gen. Der pri­vate Ver­brauch aber dürfte an Sch­wung ver­lieren, da die Beschäf­ti­gung nicht mehr so sch­nell steige und die höhere Teuerung die Kaufkraft drücke.

Roh­stoff­preisin­dex mit stärk­stem Zuwachs seit März

Nach der Stag­na­tion der ver­gan­ge­nen bei­den Mo­nate notierte der Roh­stoff­preisin­dex des Ham­bur­gischen Weltwirtschaftsin­sti­tuts (HWWI) im Ok­to­ber 9,4 Prozent höher als im Vor­mo­nat (in Eu­ro: +11,4 Prozent). Der An­stieg ist be­son­ders auf die gestie­ge­nen Preise für En­ergieroh­stoffe zurück­zuführen (+10,7 Prozent, in Eu­ro: +12,7 Prozent). An den Ölmärk­ten sorgte die Ankündi­gung ein­er Be­gren­zung der För­der­men­gen für ein kräftiges Plus. Auch die In­dizes für Erd­gas und Koh­le legten um 10,1 Prozent (in Eu­ro: +12,1 Prozent) bezie­hungsweise 26,2 Prozent (in Eu­ro: +28,5 Prozent) deut­lich zu. In­dus­trieroh­stoffe ver­teuerten sich um 2,7 Prozent (in Eu­ro: +4,6 Prozent). Auch der In­dex für Nahrungs- und Genuss­mit­tel zog um 1,2 Prozent an (in Eu­ro: +3,0 Prozent).

Lohn­stück­kosten prä­gen Welthan­del

Wenn Volk­swirtschaften An­teile auf den Welt­märk­ten gewin­nen oder ver­lieren, ist dafür oft die Lohn­stück­kosten­po­si­tion ve­r­ant­wortlich. Sie gibt an, wie hoch die Ar­beit­skosten für ein Pro­dukt im Ver­gleich zu den aus­ländischen Wett­be­wer­bern sind. Eine in­ter­ak­tive Gra­fik des In­sti­tuts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt für 16 un­ter­suchte Län­der: Sinken die Lohn­stück­kosten im Ve­rar­bei­t­en­den Gewerbe, steigt in der Regel der Ex­porter­folg. Umgekehrt ge­hen mit höheren Lohn­stück­kosten Mark­tan­teile ver­loren. Deutsch­land musste lange un­ter den Fol­gen früher­er Entschei­dun­gen lei­den: Die ho­hen Tar­i­fab­sch­lüsse An­fang der 1990er-Jahre hat­ten deutsche In­dus­trieerzeug­nisse da­mals rel­a­tiv zur Konkur­renz um ein Vier­tel ver­teuert. Die einge­büßten Mark­tan­teile kon­nte Deutsch­land sei­ther auch dank ein­er maßvollen Loh­n­pol­i­tik zu einem großen Teil zurücker­obern. In an­deren Län­dern lief es umgekehrt: Finn­land und Sch­we­den et­wa senk­ten zunächst ihre Lohn­stück­kosten, gaben die da­durch ge­wonne­nen Mark­tan­teile im Laufe der Zeit aber wied­er ab. Auch südeu­ropäische Län­der wie Frankreich, Italien und Spanien haben in den ver­gan­ge­nen Jahren deut­lich an Ex­port­stärke ver­loren. Ger­adezu dra­ma­tisch ver­laufen die Kur­ven in Griechen­land: Vor der Eu­ro-Ein­führung sank die Lohn­stück­kosten­po­si­tion zunächst – gleichzeitig stie­gen die Aus­fuhren. Die Ge­mein­schaftswährung führte dann allerd­ings zu einem Kred­it­boom und ras­ant stei­gen­den Lohnkosten.

MA­N­AGE­MENT

Mehr Dig­i­tal­isierung wa­gen

Egal ob Apps oder vol­lau­to­ma­tische Fer­ti­gun­gen – die Dig­i­tal­isierung bi­etet klei­nen und mittleren Un­terneh­men in Deutsch­land zahl­reiche Möglichkeit­en. Allerd­ings fürcht­en sich viele Fir­men vor den ho­hen Kosten oder haben Sicher­heitsbe­denken, wie eine Me­ta­a­nal­yse von 46 Stu­di­en des In­sti­tuts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. Daten­schutz und Daten­sicher­heit spielen eine entschei­dende Rolle im dig­i­tal­en Wan­del. Je mehr und je in­ten­siv­er Prozesse, Maschi­nen und Men­schen mitei­nan­der ver­bun­den sind, des­to eher kön­nen sie ange­grif­f­en wer­den. Diese Ge­fahr sie­ht die Hälfte aller mit­tel­ständischen Un­terneh­men, wie eine Ausw­er­tung der un­ter­sucht­en Stu­di­en durch das IW Köln er­gab. Laut Branchen­ver­band Bitkom ist gut die Hälfte aller Un­terneh­men in Deutsch­land im Zei­traum 2013/2014 Opfer von IT-Krim­i­nal­ität ge­wor­den – Ten­denz stei­gend. Viele Mit­tel­ständler ver­fü­gen nicht über das notwendige Wis­sen und die Res­sour­cen, um Sicher­heit­sprobleme aufzudeck­en und sich dage­gen zu schützen. Doch nicht nur Sicher­heits­fra­gen hem­men den dig­i­tal­en Wan­del: 50 Prozent der Stu­di­en nen­nen die In­vesti­tion­skosten als Grund für den langsa­men dig­i­tal­en Wan­del in Deutsch­land. Weitere Hemm­nisse sind man­gel­n­des Know-how, feh­lende Stan­dards, die be­gren­zte Ver­füg­barkeit von Bre­it­band­verbin­dun­gen und die un­sicheren rechtlichen Rah­menbe­din­gun­gen.

EN­ERGIEWIRTSCHAFT

Kli­maschutz in Eu­ro­pa ist ohne Atom­kraft möglich

Laut Si­m­u­la­tio­nen des Deutschen In­sti­tuts für Wirtschafts­forschung (DIW Ber­lin) lassen sich die eu­ropäischen Kli­maschutzziele bis 2050 gän­zlich ohne Atom­strom re­al­isieren – bei ein­er gleichzeitig sicheren En­ergiev­er­sor­gung. Hinzu kommt, dass Atom­kraft auch künftig die mit Ab­s­tand teuer­ste Variante wäre, Strom zu erzeu­gen. Atom­kraft sei eine Tech­nolo­gie der Ver­gan­gen­heit, die ohne Sub­ven­tio­nen nicht wett­be­werbs­fähig war und es auch nie­mals sein werde, selbst dann nicht, wenn man die Umwel­trisiken und die Ent­sor­gung des Atom­mülls außen vor ließe. Der Studie zu­folge kostet die Strom­pro­duk­tion durch Atom­kraft selbst bei einem sehr ho­hen CO2-Preis von 100 Eu­ro pro Tonne mit gut zwölf Cent pro Kilo­watt­s­tunde deut­lich mehr als die Stromerzeu­gung in Koh­le- und Gaskraftw­erken oder durch erneuer­bare En­ergien. In einem ei­ge­nen Strom­markt­mod­ell haben die DIW-En­ergieökono­men die kostengün­stig­ste Zusam­menset­zung eines

Kraftw­erks­parks der Zukunft er­mit­telt: Stromerzeu­gung aus erneuer­baren En­ergien ver­drängt dem­nach fast voll­ständig die Pro­duk­tion durch fos­sile En­ergi­eträger. Nach dem Jahr 2030 würde der Großteil des Stroms aus Wind­kraf­tan­la­gen erzeugt, ge­fol­gt von Fo­to­vol­taik. Die Si­m­u­la­tion­s­rech­nun­gen zeigten, dass Atom­kraft spätestens im Jahr 2050 nicht mehr zur En­ergiev­er­sor­gung notwendig ist. In se­parat­en Berech­nun­gen haben die Au­toren der Stu­di­en zu­dem her­aus­ge­fun­den, dass selbst Frankreich – wo die Strom­pro­duk­tion in Atom­kraftw­erken im Jahr 2015 gut drei Vier­tel der ge­samten Strom­pro­duk­tion aus­machte – bis 2050 gän­zlich ohne Atom­kraft auskom­men kön­nte, ohne seine Kli­maschutzziele und die Ver­sor­gungs­sicher­heit zu ge­fähr­den. Das­selbe gilt für das Vereinigte Köni­greich, das derzeit ein Neubaupro­gramm ver­fol­gt und die Atom­kraftw­erk­ska­paz­ität bis 2036 deut­lich er­höhen möchte.

Ste­fan Mülders | re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 01/2017