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Länge läuft

Die Branche der schweren Nutzfahrzeughersteller und -händler hat dank steigender Zulassungszahlen nur wenig Grund zum Klagen.

Bild oben: Jean-Claude Van Damme zeigt seinen Epic Split zwischen zwei rückwärtsfahrenden Volvo-Trucks (Quelle: Volvo)
Kein an­deres Tran­s­port­mit­tel bi­etet eine solch ho­he Flex­i­bil­ität bei höch­ster Qual­ität. Dabei spielt der Ein­sat­zort na­hezu keine Rolle. Zu Be­ginn die­s­es Jahres be­fan­den sich allein 2.800.780 Lastkraft­wa­gen im Be­s­tand deutsch­er Un­terneh­men und Pri­vatleute. Mit 706.689 Ein­heit­en führt Daim­ler die­s­es Seg­ment vor Volk­swa­gen mit 664.528 und Ford mit 227.201 Ein­heit­en an. In punc­to Bun­des­land-Lkw-Be­s­tands-Ta­belle führt Nor­drhein-West­falen mit 571.593 Lastkraft­wa­gen vor Bay­ern mit 424.397 und Ba­den-Würt­tem­berg mit 331.954 Ein­heit­en. Nor­drhein-West­falen kann sich zu­dem nicht nur über den er­sten Be­s­tands-Platz, son­dern auch über ein Plus von 4,1 Prozent im Ver­gleich zum Vor­jahr freuen.

Lkw als Trend­set­ter

Jean-Claude Van Damme zeigt seinen Epic Split zwischen zwei rückwärtsfahrenden Volvo-Trucks (Quelle: Volvo)
Jean-Claude Van Damme zeigt sei­nen Epic Split zwischen zwei rück­wärts­fahren­den Vol­vo-Trucks (Quelle: Vol­vo)

Dass sich Lkw im Laufe der Jahre zu den In­no­va­tion­strägern der Au­to­mo­bilin­dus­trie ge­mausert haben, wun­dert zu­dem kaum. Dr. Wolf­gang Bern­hard, Vor­s­tand der Daim­ler AG von Daim­ler Trucks und Daim­ler Bus­es, erk­lärt: „Lkw sind prädes­tiniert fürs autonome Fahren: Während Pkw im Sch­nitt pro Jahr knapp 12.000 Kilome­ter zurück­le­gen, sind es bei Lkw im Fer­n­verkehr durch­sch­nittlich 130.000 Kilome­ter. Die Vorteile des autono­men Fahrens kom­men bei Lkw so voll zum Tra­gen: Die Tech­nolo­gie macht den Verkehr sicher­er, wertet den Fahr­er-Ar­beit­s­platz auf und senkt CO2-Emis­sio­nen sowie Be­trieb­skosten. Wir haben bere­its gezeigt, wo­hin die Reise ge­ht. Nun muss die Pol­i­tik den nöti­gen Rah­men schaf­fen.“ Gleichzeitig zu ihr­er wichti­gen Rolle im Bereich der Zukunft­stech­nolo­gien stellt die Nutz­fahrzeug­branche mit ihren rund 180.000 di­rekt Beschäftigten ei­nen be­deu­ten­den Wirtschaft­szweig der Volk­swirtschaft dar. Speziell der Ab­satz von sch­w­eren Nutz­fahrzeu­gen über sechs Ton­nen stieg um 17 Prozent auf 6.535 Fahrzeuge. Die Neuzu­las­sung von Bussen er­reichte ein Niveau von 467 Ein­heit­en, was einem Zuwachs von sieben Prozent ent­spricht. Eben­falls sig­ni­fikant pos­i­tiv en­twick­el­ten sich alle Bereiche des deutschen Nutz­fahrzeug­marktes im bish­eri­gen Jahresver­lauf (Jan­uar bis Au­gust). Die Neuzu­las­sun­gen sch­w­er­er Lkw über­trafen das Vor­jahres­niveau mit 58.300 Ein­heit­en um sieben Prozent. Ein Plus von 15 Prozent und somit 4.090 Fahrzeuge zwischen Jan­uar und Au­gust die­s­es Jahres weist der Ab­satz von Bussen auf. Mat­thias Wiss­mann, Präsi­dent des Ver­ban­des der Au­to­mo­bilin­dus­trie, kurz VDA, erk­lärt: „Die deutsche Nutz­fahrzeugkon­junk­tur zeigt sich im bish­eri­gen Jahresver­lauf – und ganz be­son­ders im Au­gust – sehr dy­namisch.“ Des Weit­eren macht er deut­lich: „Ein Leben ohne Nutz­fahrzeuge würde uns quasi ins Mit­te­lal­ter zurück­w­er­fen – keine Mül­lab­fuhr, keine Straßen­reini­gung, kein Räum­di­enst im Win­ter. Klar ist: Das Leben ohne Nutz­fahrzeug wäre wed­er kom­fort­abler noch sicher­er.“

Mo­d­u­lare Lang-Lkw

Nahezu überall können Nutzfahrzeuge eingesetzt werden (Quelle: Volvo)
Na­hezu über­all kön­nen Nutz­fahrzeuge einge­set­zt wer­den (Quelle: Vol­vo)


Die große Frage, die Un­terneh­mer und Lkw-Fahr­er dies­er Tage rührt, ist: „Wo ge­ht die Reise hin?“ Hi­er lautet das große Stich­wort Lang-Lkw. Ge­nauer ge­sagt mo­d­u­lare Lang-Lkw mit 25,25 Me­tern Länge. Der Grund ist klar, wie Rein­hard Zir­pel, Präsi­dent des Ver­ban­des der In­ter­na­tio­nalen Kraft­fahrzeugher­steller, weiß: „Die Straßengüter­verkehrsleis­tung wird sich bis zum Jahr 2040 ge­genüber 2000 vo­raus­sichtlich ver­dop­peln. Lang-Lkw er­möglichen es, den Tran­s­portbe­darf mit weniger Fahrzeu­gen zu er­brin­gen, und sind da­her un­ter Kosten- und Umwel­taspek­ten eine notwendige Tran­s­por­tal­ter­na­tive, die sch­nell­st­möglich flächen­deck­end umge­set­zt wer­den sollte.“ Und auch Dr. Wolf­gang Bern­hard ver­tritt an dies­er Stelle eine ganz klare Mei­n­ung: „Lang-Lkw sind eine große Chance, Ökolo­gie und Ökonomie in Ein­k­lang zu brin­gen. Sie scho­nen das Kli­ma und ent­las­ten die In­fras­truk­tur. Denn: Zwei Fahrten mit Lang-Lkw ersetzen drei mit kon­ven­tionellen Trucks. Das spart bis zu 25 Prozent CO2 und Die­sel. Wir nutzen Lang-Lkw bei Daim­ler auch für unsere ei­gene Lo­gis­tik. Da re­duzieren sie den Die­sel-Ver­brauch bere­its um rund 270.000 Liter pro Jahr und die CO2-Emis­sio­nen um gut 800 Ton­nen.

CO2-Emis­sio­nen re­duzieren

Der Mercedes-Benz Actros 4163 SLT im Einsatz (Quelle: Daimler)
Der Mercedes-Benz Ac­tros 4163 SLT im Ein­satz (Quelle: Daim­ler)

Wer es mit den Kli­mazielen wirk­lich ernst meint, der muss den Lang-Lkw ein­führen. Die Bun­des­län­der, die beim Feld­ver­such der Bun­des­regierung bis­lang noch gar nicht oder nur teil­weise mit­machen, müssen ihre Block­ade­hal­tung aufgeben.“ Und auch An­dreas Ren­sch­ler, Mit­glied des Vor­s­tands der Volk­swa­gen AG für den Geschäfts­bereich Nutz­fahrzeuge, CEO der Volk­swa­gen Truck und Bus GmbH, weiß: „Der von der Bun­de­san­s­talt für Straßen­we­sen vorgelegte Zwischen­bericht zum Feld­ver­such Lang-Lkw zeigt nicht nur, dass die Fahrzeuge sich­er, In­fras­truk­tur-scho­nend und wirtschaftlich im Straßen­verkehr un­ter­wegs sind. Er belegt auch sehr ein­drucksvoll, dass durch ihren Ein­satz die CO2-Emis­sio­nen spür­bar re­duziert wer­den kön­nen und die viel­fach besch­wore­nen Ver­lagerungsäng­ste un­be­grün­det sind. Der Lang-Lkw stellt keine Be­dro­hung für die Schiene dar: Er ist vor allem für Vol­u­mengüter und kon­ven­tionelles Stückgut geeignet – Güterarten ohne ho­he Schie­ne­naffinität. Für den Lang-Lkw sprechen al­so viele Ar­gu­mente. Die Zeit für den Lang-Lkw ist mehr als reif, wenn man es mit dem Kli­maschutz wirk­lich ernst meint.“ Mar­cel Som­mer | re­dak­tion@­sued­west­falen-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 09/2016



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Nutzfahrzeuge kennt jeder (Quelle: Volvo)
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Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (Quelle: VDIK)
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Die Zukunft rollt schon heute: Mercedes-Benz Future Truck 2025 (Quelle: Daimler)
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