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Management

10 Tipps für erfolgreiches Netzwerken

Netzwerken hilft im Beruf und Privatleben. Networking bedeutet, dass man Ressourcen und Know-how teilt. Dieses Geben und Nehmen hat aber nichts mit Kungelei zu tun. In der Management-Literatur wird schon seit 50 Jahren gepredigt, dass man zwei Dinge haben sollte, um erfolgreich im Beruf und im Leben zu sein: Man braucht einen Plan für sich selbst und benötigt ein riesiges Netzwerk. Beides fällt nicht vom Himmel. Über beides sollte man sich intensiv Gedanken machen. In puncto Netzwerk heißt das z.B.: Was erwarte ich von den Kontakten? Was will ich erreichen? Möchte ich mehr persönliche Kontakte oder eine rein virtuelle Beziehung? In jedem Fall braucht Netzwerken Zeit. Der Aufbau des Netzwerks ist ein Prozess, den Sie aktiv gestalten müssen. Wer nur darauf wartet, von anderen angesprochen zu werden, wird nur wenige Kontakte haben. Wir geben Ihnen Tipps fürs strategische Netzwerken.

1 WER MIT WEM?

Lie­ber Klasse statt Masse: Es kommt nicht allein da­rauf an, wie viele Leute Sie ken­nen oder wie viele Fre­unde oder Fol­low­er Sie haben. Wichtiger ist, dass Sie mit den richti­gen Leuten Kon­takt hal­ten. Dazu zählen Men­schen, die ähn­liche Ziele ver­fol­gen wie Sie. Oder Leute, die schon dort sind, wo Sie noch hin­wollen. Solche Leute trifft man z.B. in Branchen- und Berufsver­bän­den, in der örtlichen IHK-Vol­lver­samm­lung oder in an­deren Kam­mer­gremien. Sem­inare, Kon­ferenzen und Ta­gun­gen sind auch eine gute Möglichkeit, Gleich­gesin­nte oder in­spiri­erende Per­sön­lichkeit­en ken­nen­zuler­nen.

Tipp: Net­zw­erken fängt erst nach dem Be­such ein­er Ve­r­an­s­tal­tung richtig an. Brin­gen Sie sich zeit­nah in Erin­nerung. Wenn Sie eine in­teres­sante Per­son auf ein­er Ve­r­an­s­tal­tung ken­nen­gel­ernt haben, soll­ten Sie sich spätestens in­n­er­halb der näch­sten drei Tage mel­den. Ob per Mail, auf Xing oder tele­fonisch, das müssen Sie aus der Si­t­u­a­tion her­aus entschei­den. Sa­gen Sie dem­jeni­gen, wie sehr Sie sich ge­freut haben, ihn ken­nen­gel­ernt zu haben und dass Sie sich an das Ge­spräch an­genehm erin­n­ern. Ide­al ist, wenn man an das Ge­spräch anknüpfen kann und ge­mein­same Ideen ver­tieft und mögliche Pro­jekte an­spricht.

2 SICH AK­TIV EIN­BRIN­GEN

Die reine Mit­glied­schaft in einem Ver­band oder On­line-Net­zw­erk bringt nicht viel. Sie soll­ten sich ak­tiv ein­brin­gen. Machen Sie sich die Mühe, Auf­gaben zu überneh­men (Ve­r­an­s­tal­tun­gen or­gan­isieren, Foren mod­eri­eren, Fachvor­trag hal­ten, am Newslet­ter mi­tar­beit­en und so weit­er). Das kostet zwar alles Zeit, aber Sie ler­nen viele Leute näher ken­nen und kön­nen in­haltlich Akzente setzen. Als Sprech­er ein­er Gruppe wer­den Sie auch außer­halb der Or­gan­i­sa­tion wahrgenom­men und vielleicht bei an­der­er Gele­gen­heit als Ex­perte ein­ge­la­den.

Tipp: Net­zw­erken ist Ar­beit. Es loh­nt sich im Vor­feld von Ve­r­an­s­tal­tun­gen, per­sön­lichen Tr­ef­fen oder Chats mit dem The­ma ver­traut zu machen und über ei­gene Beiträge nachzu­denken. Bei per­sön­lichen Kon­tak­ten soll­ten Sie sich möglichst über Ihren Ge­sprächs­part­n­er in­for­mieren.

3 VER­TRAUEN AUF­BAUEN

Ver­trauen ist das Grund­kap­i­tal beim Net­work­ing. Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen gibt man nur an Leute weit­er, von de­nen man weiß, dass sie ver­trauensvoll damit umge­hen. Und nie­mand lei­ht einem Wild­frem­den sein Au­to. Um das Ver­trauen an­der­er zu gewin­nen, sollte man of­fen auf sie zuge­hen, nach deren Mei­n­ung und An­sicht­en fra­gen und zuhören kön­nen. Man selbst sollte sym­pa­thisch und lieben­swürdig wirken – das set­zt vo­raus, dass man auch von sich et­was preis­gibt. Außer­dem lebt Net­work­ing vom Geben und Neh­men: Ein guter Net­work­er tut an­deren auch mal ei­nen Ge­fall­en.

Tipp: Net­zw­erken hat nichts mit Klün­gel oder Aus­gren­zung an­der­er zu tun. Wer nur In­sid­er-Wis­sen sam­meln und Seilschaften auf­bauen möchte, ist in einem Net­zw­erk fehl am Platz.

4 KON­TAKTE VER­MIT­TELN

Net­work­ing be­deutet u.a., dass man Res­sour­cen und Know-how teilt. Dinge, die man selbst nicht hat oder nicht weiß, kann ein an­der­er zur Ver­fü­gung stellen. Wenn Sie Per­so­n­en weit­erempfehlen, die Res­sour­cen oder Know-how bi­eten, pro­f­i­tieren gleich drei davon: der neue Kon­takt, ihr al­ter und Sie selbst. Ihre Qual­ität als Helfer und Ver­mittler spricht sich durch Ihre Mul­ti­p­lika­toren rum.

Tipp: Es ge­hört zum guten Ton des Net­zw­erkens, Kon­taktver­mittlun­gen so sch­nell wie möglich zu nutzen und später dem Kon­takt­ge­ber ein kurzes Feed­back zu geben, was da­raus ge­wor­den ist.

5 UNAUFGE­FORDERT NET­ZW­ERKEN

Nutzen Sie die Gele­gen­heit, an­dere Leute unaufge­fordert zu un­ter­stützen. Beispiel­sweise kön­n­ten Sie Fachar­tikel weit­er­leit­en, auf bes­timmte Links ver­weisen, auf vakante Jobs aufmerk­sam machen oder son­stige In­for­ma­tio­nen an der richti­gen Stelle weit­ergeben. Für Sie hat das den Vorteil, dass Sie Kon­takte hal­ten, sich in Erin­nerung brin­gen und sich ei­nen Na­men als Fach­mann oder Fach­frau machen kön­nen. Sie gel­ten als hilfs­bere­it und gut in­for­miert.

Tipp: Wer unaufge­fordert net­zw­erkt, senkt die ei­gene Hemm­sch­welle, bei an­deren um Un­ter­stützung nachzufra­gen. Wenn Sie öfter gegeben haben, kön­nen Sie ruhig mal neh­men.

6 ON­LINE NET­ZW­ERKEN

Auf­bau und Pflege des virtuellen Net­zw­erks un­ter­schei­det sich nicht großartig vom per­sön­lichen Net­work­ing. Das virtuelle Net­zw­erk bi­etet aber zusät­zliche Chan­cen: In den sozialen Net­zw­erken kön­nen Sie Men­schen Kon­tak­tan­fra­gen sen­den, die Sie noch nie zu­vor getrof­fen haben. Das macht aber nur Sinn, wenn Sie auch eine per­sön­liche Nachricht an­fü­gen und darin klar­machen, warum Sie gerne Kon­takt aufneh­men möcht­en. In den sozialen Net­zw­erken kön­nen Sie gezielt nach in­teres­san­ten Per­so­n­en stöbern. Schauen Sie sich auch in den Kon­taktlis­ten Ihr­er Fre­unde um – bei der Kon­tak­tan­frage kann man auf den ge­mein­sa­men Fre­und hin­weisen und somit eine Brücke bauen. Sie kön­n­ten natür­lich auch von an­deren in den Net­zw­erken ge­fun­den wer­den: Über­le­gen Sie sich ge­nau, un­ter welchen Sch­lag­worten an­dere wohl nach je­man­dem wie Ih­nen suchen.

Tipp: Wer die sozialen Me­di­en auch beru­flich nutzt, sollte auf eine pro­fes­sionelle dig­i­tale Selb­st­darstel­lung acht­en. Dazu ge­hören ein gutes Porträt­fo­to, ein voll­ständi­ges Pro­fil und aktuelle Dat­en. Die Sicht­barkeit im Netz ergibt sich durch Ak­tiv­itäten: z.B. mit ei­ge­nen Post­ings oder Kom­mentaren, ei­gen­em Blog oder ei­gen­er Web­site.

7 DIE EI­GENE MARKE STÄRKEN

Eine gute Ver­net­zung und die pro­fes­sionelle Präsenz in sozialen Net­zw­erken stärkt die ei­gene Per­so­n­en­marke. Auch Un­terneh­men kön­nen ihre Marke im In­ter­net stärken. Face­book ist in Deutsch­land nach wie vor für Marken eine der wichtig­sten Platt­for­men im Web. Die Kom­bi­na­tion aus Per­so­n­en­marke und Un­terneh­mens­marke scheint be­son­ders er­fol­greich zu sein. Je größer die In­for­ma­tions­f­lut wird, des­to mehr gewin­nen Per­so­n­en wied­er an Be­deu­tung. Auch Un­terneh­men fin­d­en größere Beach­tung, wenn ihre Marken nicht in einem rein ab­s­trak­ten Ac­count präsen­tiert wer­den. Bess­er ist es, wenn eine Marke in Verbin­dung ge­bracht wer­den kann zu einem Gesicht und zu ein­er glaub­würdi­gen Per­son.

Tipp: Wer als Marken­botschafter seines Un­terneh­mens an die Öf­fentlichkeit ge­ht, sollte seine Pin­n­wand nicht mit Wer­be­botschaften oder Un­terneh­mens-News über­fracht­en. Per­sön­liche In­teressen, in­teres­sante In­for­ma­tio­nen und kon­struk­tiv­er Aus­tausch soll­ten im Vorder­grund ste­hen. Übri­gens: Wer nur sen­det, wird weniger ge­hört wer­den als der­jenige, der sich für an­dere in­teressiert und deren Ak­tiv­itäten wahrn­immt und liked.

8 VISITENKARTEN NUTZEN

Auch im Web-2.0-Zei­tal­ter hat die analoge Visitenkarte Kon­junk­tur. Sie soll­ten im­mer genü­gend Ex­em­plare dabei­haben, sch­ließlich weiß man nie, ob man nicht erst am Ende ein­er Ve­r­an­s­tal­tung eine be­son­ders in­teres­sante Per­son trifft, mit der man Kon­takt hal­ten möchte. Verteilen Sie Ihre Visitenkarten nicht wie sim­ple Spielkarten, son­dern mit ge­bühren­der Selb­s­tach­tung. Im Ge­gen­zug soll­ten Sie re­spektvoll mit Visitenkarten an­der­er umge­hen: Le­sen Sie die Karte aufmerk­sam, wenn Sie sie er­hal­ten. Sie kön­nen Ihr Ge­genüber dann mit Na­men an­sprechen und die An­gaben zu Beruf und Po­si­tion bi­eten meist gute Anknüp­fungspunkte zum ver­tie­fen­d­en Ge­spräch.

Tipp: Machen Sie sich nach der Ve­r­an­s­tal­tung – oder schon in ein­er Pause – No­tizen auf der Rück­seite der Visitenkarte: Wann und wo haben sie sich getrof­fen? Worüber haben sie gere­det? Solche De­tails er­leichtern später die Kon­tak­tauf­nahme. Je stärk­er Ihr Net­zw­erk wächst, des­to mehr soll­ten Sie generell dafür sor­gen, dass Sie den Über­blick be­hal­ten. Le­g­en Sie sich ruhig eine Kon­takt-Daten­bank an.

9 LANGFRISTIG AM BALL BLEIBEN

Eine der Grun­dregeln für er­fol­greich­es Net­zw­erken lautet: Kon­takte sollte man so früh wie möglich knüpfen, nicht erst, wenn Not am Mann ist. Und die Kon­takte sollte man über ei­nen län­geren Zei­traum pfle­gen. Kaum je­mand tut einem Frem­den ei­nen Ge­fall­en. Die regelmäßige und langfristige Kon­taktpflege hat auch den Vorteil, dass Sie viel über Ihre Net­zw­erk­part­n­er er­fahren.

Tipp: Lassen Sie Kon­takte nicht abreißen. Das sch­wächt Ihr lebendi­ges Net­zw­erk. Ein Job­wech­sel oder Umzug bringt zwar zunächst den Ab­schied von den al­ten Kol­le­gen mit sich, aber Kon­takte kann man dank mod­ern­er Kom­mu­nika­tions­mit­tel von über­all aufrecht hal­ten. Ab und zu lässt sich auch ein per­sön­lich­es Tr­ef­fen ein­richt­en, man muss es nur auf die Agen­da setzen.

10 KONKUR­REN­ZGE­DANKE STÖRT

Oft­mals sind wir Men­schen sehr mis­s­trauisch und haben Angst, dass In­for­ma­tio­nen von an­deren aus­genutzt wer­den. Natür­lich sollte man nicht seine Fir­menge­heim­nisse in die Welt posau­nen, aber ein gewiss­er Grad an Of­fen­heit ist nötig zum Net­zw­erken. Be­denken Sie: Der Konkur­rent von heute kann der Tippge­ber von mor­gen sein. Und vielleicht bi­etet sich der Konkur­rent auch als Pro­jekt­part­n­er oder für eine Ko­op­er­a­tion an.

Tipp: Bleiben Sie lock­er, ge­hen Sie nicht zu ver­bohrt das Net­work­ing an. Es braucht eine Weile, bis Sie die Net­zw­erk­part­n­er ein­schätzen kön­nen und bis sich Ver­trauen auf bei­den Seit­en ge­bildet hat. Und machen Sie keine kurzfristige Kosten-Nutzen-Anal­yse, in­dem Sie den einge­set­zten Zei­taufwand und Ihren Pro­f­it berech­nen. Wer net­zw­erkt, pro­f­i­tiert manch­mal erst mit­tel- oder langfristig.


Clau­dia Sch­nei­der | re­dak­tion@re­vi­er-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 09/2016